Der Kanzler fliegt zunächst nach Peking, wo er am Mittwochvormittag von Ministerpräsident Li Qiang empfangen wird. Abends trifft Merz den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping. Am chinesischen Donnerstagmorgen besucht Merz zunächst die Verbotene Stadt in Peking und anschließend eine Niederlassung von Mercedes-Benz.
Bevor es am Abend schon wieder zurück nach Deutschland geht, fliegt der Kanzler am Donnerstag noch für einige Stunden in die Provinz Hangzhou. Dort sind Besuche bei Siemens Energy und dem Robotik-Unternehmen Unitree geplant. Begleitet wird Merz von einer großen Wirtschaftsdelegation.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte den Bundeskanzler auf, in Peking deutlich auf faire Wettbewerbsbedingungen zu drängen. „Wir erwarten vom Bundeskanzler, dass er Probleme wie Überkapazitäten, Wettbewerbsverzerrungen und Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen klar anspricht“, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Exportkontrollen auf Seltene Erden bedrohten Europas wirtschaftliche Sicherheit. Ohne eine Kurskorrektur Chinas drohten neue Handelskonflikte mit der EU, warnte Niedermark.
Der Handel mit China wandelt sich seit einigen Jahren zum Nachteil Deutschlands. China exportiert inzwischen deutlich mehr nach Deutschland als umgekehrt, was für die exportorientierte deutsche Wirtschaft zum Problem geworden ist. Die Exporte nach China sind 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen, die Importe sind stark gestiegen. Das Handelsbilanzdefizit stieg dadurch gegenüber dem Vorjahr um gut ein Drittel.
Besonders die für Deutschland wichtigen Autoexporte sind laut dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eingebrochen: 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel, wie aus einer Studie des Instituts hervorgeht. Seit dem Höchststand 2022 hat sich das Geschäft demnach sogar mehr als halbiert.
Auch andere deutsche Schlüsselindustrien sind der Studie zufolge betroffen. So habe der Maschinenbau die Automobilindustrie zwar als wichtigste Exportbranche für China abgelöst, doch auch hier gingen die Ausfuhren 2025 um fast zehn Prozent zurück. IW-Handelsexperte Jürgen Matthes sagte: „Die starken Exportrückgänge bei gleichzeitig steigenden Importen sind kein normaler Konjunktureffekt, sondern auch das Ergebnis massiver Wettbewerbsverzerrungen.“










