Wirbel um „Glücksgefühle“-Festival

Veranstalter lädt Band wieder ein – Alphaville lehnt ab


Aktualisiert am 03.09.2026 – 18:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Sänger Marian Gold: Seine Band Alphaville wurde vom „Glücksgefühle“-Festival aus- und wieder eingeladen. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Nach der Empörung um die Ausladung der Band Alphaville vom „Glücksgefühle“-Festival ruderte Veranstalter Markus Krampe zurück. Nun reagiert die Band.

Seit Mittwochabend stand das „Glücksgefühle“-Festival in Hockenheim im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Der Veranstalter Markus Krampe hatte die Band Alphaville mit der Begründung ausgeladen, dass die Bühne seines Festivals „keine Plattform für politische Äußerungen“ sei. Hintergrund ist, dass sich Alphaville bei einem früheren Auftritt öffentlich gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen ausgesprochen hatte. Krampe hat inzwischen eine Kehrtwende vollzogen, zu der sich Mitveranstalter Lukas Podolski und auch Alphaville selbst geäußert haben.

Bei der „Bild“-Zeitung hatte Kampe gesagt: „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid“, sagte der 55-Jährige. Gleichzeitig sprach er eine öffentliche Einladung an die Band aus, doch noch aufzutreten.

Krampe ergänzte in seinem Statement, Meinungsfreiheit sei „das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“. Das Festival sei für ihn kein politischer Ort, sondern ein Ort der Musik und gemeinsamer Erlebnisse. Zugleich respektiere er, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen eintreten. In dem Kontext äußerte Krampe: „Und ich glaube, dass es möglich ist, unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden.“

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„Wir laden Alphaville ein“

Die Einladung formulierte er ausdrücklich nicht als Zugeständnis: „Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet.“ Sein Wunsch sei es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Musik und die Menschen vor und hinter der Bühne zu lenken.

Auch Lukas Podolski, der das „Glücksgefühle“-Festival gemeinsam mit Krampe veranstaltet, hat sich zu der Debatte zu Wort gemeldet. In einem Facebook-Post schreibt er: „Wer mich kennt, weiß, wie ich ticke. Für mich zählt der Mensch, egal wo jemand herkommt oder woran er glaubt. Jeder darf seine Meinung sagen und auch mal Kante zeigen. Im Stadion genauso wie auf der Bühne.“ Er begrüße, dass Markus Krampe die Entscheidung noch einmal überdacht und klar geäußert habe, dass es ein Fehler war. „Fehler passieren – wichtig ist doch, wie man damit umgeht. Alphaville ist herzlich willkommen, ich hoffe, dass sie wieder dabei sind!“, so Podolski.

„Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen“

Inzwischen reagierte auch Alphaville auf Krampes Worte. In einem Instagram-Post von Donnerstagabend heißt es: „Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim ‚Glücksgefühle Festival‘ gebührend respektiert. Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen.“ Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt werde Alphaville an eine gemeinnützige Organisation spenden.

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