Vetternwirtschaft in der AfD
Plötzlich widerspricht Weidel sich
24.02.2026 – 17:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Dutzende Fälle von angestellten Angehörigen sind in der AfD publik geworden. AfD-Chefin Alice Weidel tritt am Dienstag betont selbstbewusst auf. Doch einem Kollegen setzt sie eine öffentliche Deadline.
Die Gremien der AfD-Spitze drehten sich am Montag nur um das Thema Vetternwirtschaft; hart wurde diskutiert, eine Kommission soll nun parteiintern aufräumen und die zahlreichen Fälle aufklären. Bei der Pressekonferenz der AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla am Dienstag im Bundestag aber zeigte sich die AfD-Chefin zunächst wenig selbstkritisch.
„Das haben Sie ja in anderen Parteien auch“, sagte Weidel da knapp. Man überprüfe gerade Einzelfälle. Bei bisherigen Gesprächen habe sich dabei gezeigt, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. „Alle Anwürfe aus den Medien“ seien „haltlos und völlig aufgebauscht“.
Bedeutet: Mindestens den Fall Keuter sieht Weidel also als kritikwürdig und dringt auf Konsequenzen. Keuter ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD, Obmann im Auswärtigen Ausschuss und im Vorstand für Personalangelegenheiten zuständig. Denkbar ist, dass er die Zuständigkeit für das Personal nun aufgibt oder verliert.
Etwas andere Töne schlug am Dienstag Weidels Co-Chef Tino Chrupalla an: „Es gibt sicherlich Fälle, wo man sagt: Da wurde einiges sehr weit ausgedehnt und auch ein Stück weit überproportional benutzt“, sagte er mit Blick auf die Fälle von Angehörigen-Anstellungen in der AfD. „Aber es ist alles nicht verboten.“
Man wolle nun in Partei und Fraktion Vorschläge erarbeiten, die für alle Parteien gelten sollten. Und das auch über die Parlamente hinaus: So wolle man zum Beispiel auch mögliche Vetternwirtschaft in Nicht-Regierungsorganisationen unterbinden. „Überall dort, wo Altparteien ihre ehemaligen Abgeordneten parken“, sagte Chrupalla.
Die Vorfälle von potenzieller Vetternwirtschaft in der AfD ziehen sich inzwischen durch mehrere AfD-Landesverbände, wie t-online berichtete. Neben Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sind auch Spitzenfunktionäre aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz involviert. Ihre Eltern, Geschwister oder – besonders häufig – Ehefrauen und Partnerinnen sind bei Kollegen auf Kosten des Steuerzahlers angestellt. Verboten ist das nicht, aber hochumstritten.










