Reicht nicht für absolute Mehrheit

Kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD gewinnt hinzu

03.09.2026 – 22:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Sven Schulze (CDU) und Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD): Die AfD führt in Umfragen klar. (Quelle: IMAGO/Hendrik Schmidt, Pool/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die AfD führt weiter mit großem Vorsprung in Sachsen-Anhalt. Die jüngste Umfrage zeigt aber auch, dass es nicht für eine Alleinregierung reichen würden.

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD einer Umfrage zufolge mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Die Partei käme auf 41 Prozent der Stimmen und würde ihr Ergebnis von vor fünf Jahren damit in etwa verdoppeln, wie aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Vergleich zur Vorwoche legt die Partei einen Prozentpunkt zu.

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze käme auf 23 Prozent ebenso wie in der Vorwoche. Auf Platz drei folgt in der Umfrage die Linke mit 11,5 Prozent – das sind 1,5 Punkte weniger, als die Forschungsgruppe in der Vorwoche ermittelt hatte. Die SPD verliert 0,5 Punkte und kommt auf 8,5 Prozent, die Grünen stehen unverändert bei sechs Prozent. Das BSW mit vier Prozent (plus ein Punkt) und die FDP mit drei Prozent würden nicht über die Fünfprozenthürde kommen. Die übrigen Parteien erreichen zusammen drei Prozent.

  • Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt: Welche Partei passt zu Ihnen?
  • Wahl in Sachsen-Anhalt: „Das hört sich schrecklich an“

Da eine absolute Mehrheit für die AfD unwahrscheinlich sei, bräuchte sie für eine Regierungsbildung einen Koalitionspartner. Eine Mehrheit hätte hingegen ein Bündnis aller anderen im Parlament vertretenen Parteien aus CDU, Linken, SPD und Grünen. Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten liegt Amtsinhaber Schulze bei der Frage nach dem bevorzugten Ministerpräsidenten deutlich vor seinem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund.

Bei der Wahl vor fünf Jahren war die CDU mit 37,1 Prozent noch stärkste Kraft geworden. Die AfD landete damals mit 20,8 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Linken mit elf Prozent, der SPD mit 8,4, der FDP mit 6,4 und den Grünen mit 5,9 Prozent.

Deutlicher Vorsprung der AfD auch in anderen Umfragen

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 1. bis zum 3. September insgesamt 1.044 Wahlberechtigte. Die Umfrage ist nach Angaben des ZDF repräsentativ, der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut plus/minus zwei Prozentpunkte.

Der deutliche Vorsprung der AfD vor der CDU in der Umfrage deckt sich mit den Erhebungen anderer Institute. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Nius“ lag die AfD zuletzt bei 43 Prozent und die CDU bei 22 Prozent. Infratest dimap sah die AfD in einer Umfrage für die ARD Ende August bei 42 Prozent gekommen und die CDU bei 22 Prozent.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

Share.
Exit mobile version