Mehr Transparenz
Ab Mitte Juni: Neue Vorschriften für Honig
12.05.2026 – 11:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Ab Mitte Juni müssen Honiggläser in Deutschland genau ausweisen, woher ihr Inhalt stammt. Die neue Regel schafft mehr Transparenz in einem Markt voller Billigimporte.
Regionale Produkte zu kaufen, ist für viele Menschen wieder wichtiger geworden. Man unterstützt so nicht nur lokale Produzenten, sondern bekommt oft auch qualitativ hochwertigere Ware – besonders bei Obst, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Doch nicht immer ist die Herkunft eines Produktes genau deklariert. Das soll sich zumindest bei Honig bald ändern.
Ab dem 14. Juni steht auf Honiggläsern, was wirklich drinsteckt. Denn dann wird in Deutschland die sogenannte Volldeklaration Pflicht. Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, aus welchen Ländern ein Honig stammt – und zu welchen Anteilen. Bislang reichte oft die wenig aussagekräftige Formulierung „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Künftig müssen bei Mischhonigen alle Herkunftsländer mit ihrem jeweiligen prozentualen Anteil auf dem Etikett stehen. Die Länder werden dabei in absteigender Reihenfolge angegeben.
- Mogelpackung: Shrinkflation bei Ritter Sport?
- Große Preisrunde: Lidl macht Kaffee der Eigenmarken günstiger
Für deutsche Imker ist das ein wichtiger Schritt. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) spricht von mehr Transparenz für Verbraucher, wie die „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) berichtet. Wer gezielt deutschen Honig kaufen möchte, könne das künftig einfacher tun. Auch der Deutsche Imkerbund (DIB) begrüßt die Änderung. Die bisherige Kennzeichnung habe Verbrauchern kaum geholfen, sagt DIB-Präsident Torsten Ellmann.
Erhalten Sie Antworten aus Tausenden t-online-Artikeln.
Günstige Importe drücken Honigpreise
Die neue Kennzeichnung kommt in einer schwierigen Marktlage für deutsche Imker. Der deutsche Honigmarkt gilt seit Jahren als angespannt. Große Mengen günstiger Importware drücken die Preise – oft zulasten heimischer Produzenten. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lag der Selbstversorgungsgrad 2025 bei nur 45 Prozent, wie es in der „Lebensmittel Zeitung“ heißt. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen unter anderem Argentinien, die Ukraine, Chile und Mexiko. Weltweit größter Produzent bleibt China.
Viele Imker hoffen deshalb, dass die neue Kennzeichnung regionale Produkte stärken könnte. Denn deutscher Honig ist meist deutlich teurer als Importware. Für heimischen Imkerhonig zahlen Verbraucher oft das Zwei- bis Dreifache des Discountpreises. Auch im Handel sehen manche Kaufleute laut der „LZ“ Chancen. Einige Supermärkte bauen ihr Sortiment mit regionalem Honig bereits aus. Vor allem Kunden, die Wert auf Herkunft und Regionalität legen, greifen offenbar häufiger zu lokalen Produkten.










