Im Kaiserhof der Residenz
Weihnachtsmarkt-Stand nimmt noch immer D-Mark an
04.12.2025 – 10:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer zu Hause noch D-Mark hat, kann diese in München in Schokofrüchte investieren. Möglich machen es die Betreiber eines Standes auf einem Weihnachtsmarkt.
Bald ist es 24 Jahre her, dass der Euro in Deutschland die D-Mark abgelöst hat. Doch komplett aus dem Umlauf ist die alte Währung noch immer nicht verschwunden. Allein im vergangenen Jahr wurden laut der Bundesbank rund 53 Millionen Mark im Gegenwert von rund 27,2 Millionen Euro umgetauscht. Darunter auch Geld von den Betreibern von Früchte Krug, die aktuell wieder in München mit einem Stand im Weihnachtsdorf im Kaiserhof der Residenz vertreten sind.
Denn bei dem kleinen Familienbetrieb, der glasierte Früchte und Schokofrüchte anbietet, scheint die Zeit ein wenig stillzustehen. „Bei Früchte-Krug können Sie noch immer mit DM bezahlen“, steht auf einem Schild an der Hütte im Kaiserhof am Odeonsplatz geschrieben. Zwei D-Mark entsprechen bei den Krugs dem Wert von einem Euro. Angelehnt an den offiziellen Wechselkurs (1 EUR = 1,95583 DM), der seit der Einführung des Euros zu Jahresbeginn 2002 immer gleich geblieben ist.
Auch auf dem Oktoberfest hat Früchte Krug schon seit der Unternehmensgründung im Jahr 1975 einen Stand. In diesem entstand die Idee, weiterhin D-Mark anzunehmen. Simon Krug, Sohn von Inhaber Rudolf Krug, erzählte t-online vor zwei Jahren auf der Wiesn: „Damals, Monate nach der Einführung des Euros, hatte ein Mann seinen Geldbeutel zu Hause vergessen. Alles, was er bei sich trug, war ein 50-Mark-Schein.“ Daraufhin habe man sich spontan dazu entschieden, die 50 Mark noch anzunehmen und ihm den Restbetrag in Euro auszuzahlen.
Die Geschichte habe sich dann binnen kürzester Zeit herumgesprochen. „Der Ansturm der Leute auf unseren Stand war plötzlich riesig“, berichtete Krug Junior. Eine Geschäftsidee war geboren, die bis heute noch erfolgreich ist. Zwar kämen mittlerweile nicht mehr so viele Kunden mit D-Mark zu ihnen an den Stand, erzählte er zuletzt dem Münchner „Merkur“. Aber man habe dieser Tage im Weihnachtsdorf schon einen 50- und einen 20-Mark-Schein bekommen.










