Überraschender Fund
Unter der Marsoberfläche brodelt es wohl noch
06.11.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Mars gilt als geologisch inaktiv – doch neue Forschungsergebnisse stellen das infrage. Risse und Gase liefern überraschende Hinweise auf vulkanische Aktivität.
Unter der Marsoberfläche könnte einer Studie zufolge eine schlafende Magmakammer liegen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Mars ausreichend innere Hitze gespeichert hat, um vulkanische Aktivität bis jüngst zu unterstützen, und dies möglicherweise noch immer tut“, sagte Daniel Mège von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Die im Fachjournal „Science Advances“ präsentierten Erkenntnisse der Forschenden um Mège legen nahe, dass der Mars im Inneren geologisch gesehen keineswegs tot ist.
Gase und Risse
2021 hatte eine Raumsonde des damals europäisch-russischen Forschungsprojekts „Exomars“ Chlorwasserstoff in der Atmosphäre des Roten Planeten gemessen. Das Gas wird der europäischen Raumfahrtbehörde Esa zufolge auf der Erde häufig festgestellt, wenn es aus Magmaschloten austritt.
Auf dem Mars entdeckten Fachleute dann zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt und an einem unerwarteten Ort weiteren Chlorwasserstoff. Das Gasvorkommen variiert auf dem Millionen Kilometer von uns entfernten Planeten je nach Jahreszeit.
Die Sonde entdeckte Risse in der Alba-Mons-Region unseres Nachbarplaneten, manche von ihnen mehrere Hundert Meter lang. Durch die Risse könnten Magma-Gase austreten, vermuten die Fachleute.
Der Mars verfügt laut Esa über die größten Vulkane im Sonnensystem – wie aktiv sie noch sind, sei ungewiss. Aufnahmen legen nahe, dass einige von ihnen in den letzten Millionen Jahren aktiv waren. Auch Marsbeben auf dem Planeten wurden gemessen. Während dies auf mögliche vulkanische Aktivität hindeutet, wurden jedoch nie Ausbrüche oder neue Lavaflüsse auf dem Mars beobachtet.
Könnte in den Rissen auch Leben stecken?
Aus Sicht von Mège gibt es noch einen anderen Grund, sich für die Risse zu interessieren: die Suche nach Leben. „Wenn hydrothermale Systeme aktiv sind, könnten sie die Zutaten und die Energie enthalten, die notwendig sind, damit sich Mikroorganismen entwickeln, und sie könnten Mikroorganismen vor der feindlichen und wechselnden Umwelt über der Oberfläche schützen.“