Ministerpräsidentin legt nach
Schwesig kritisiert erneut Merz: „Das geht zu weit“
04.11.2026 – 15:40 UhrLesedauer: 1 Min.
Friedrich Merz und Manuela Schwesig waren im September aneinander geraten. Nun äußert sich die SPD-Politikerin erneut zum Verhalten des Kanzlers.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen Verhalten im Kanzleramt scharf kritisiert. Bei der „Tagesspiegel“-Konferenz „Der Osten“ in Berlin sagte sie am Mittwoch, Merz habe sie Ende September am Rande eines Treffens mit Länderchefs beiseitegenommen und ihr vorgeworfen, mit ihrer Wahlkampfführung die demokratische Mitte zu zerstören.
„Mich einfach beiseitezunehmen und zu beschimpfen, das geht zu weit und da muss man dann auch ein Stoppschild setzen“, sagte Schwesig. Sie habe sich der Situation damals entzogen und Merz aufgefordert, einen Termin zu vereinbaren, wenn er sie sprechen wolle. „Ich glaube, viele Frauen kennen das, dass sie gerne von anderen mal so behandelt werden. Ich finde, dass keine Frau sich in unserem Land so behandeln lassen sollte.“
Zuvor hatte Schwesig Merz bereits zu mehr Selbstkritik aufgefordert. „Ich habe auch Herrn Merz persönlich gesagt: Wenn er nur über fünf Prozent Zustimmung in der Bevölkerung in meinem Bundesland verfügt, dann muss er sich damit selbstkritisch auseinandersetzen“, erklärte sie. „Nur mit dem Finger auf andere zeigen und die Schuld bei anderen suchen, das reicht nicht.“ Der Vorfall Ende September hatte für Aufsehen gesorgt, da Schwesig sich öffentlich über die Art und Weise der Konfrontation beklagt hatte.
Merz hat sich bisher nicht direkt zu den Vorwürfen geäußert.