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Gesundheit

Pflaster könnte Spritzen bei Hormontherapie ersetzen

MitarbeiterBy MitarbeiterNovember 4, 2026
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Örtlich fortgeschrittener Prostatakrebs

Ein Pflaster könnte die Antihormontherapie vereinfachen


Aktualisiert am 04.11.2026 – 07:07 UhrLesedauer: 2 Min.

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Arzt und Patient (Symbolbild): In Deutschland ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern. (Quelle: fotodelux/getty-images-bilder)

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Viele Männer mit Prostatakrebs bekommen Hormone gespritzt, die das Krebswachstum bremsen. Zukünftig gibt es dafür womöglich eine schmerzfreie Alternative.

Viele Männer mit Prostatakrebs (Prostatakarzinom) erhalten eine Antihormontherapie. Dafür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Eines davon hat ein Forschungsteam des University College London mit speziellen Hormonpflastern verglichen. In dieser Studie haben sich die Pflaster beim örtlich fortgeschrittenen Prostatakarzinom als wirksame und besser verträgliche Alternative erwiesen.

Nachteile der bisherigen Hormonentzugstherapie

Prostatakrebs ist für gewöhnlich hormonabhängig. Das heißt, die Tumorzellen benötigen männliche Sexualhormone (Androgene) wie Testosteron, um zu wachsen. Daher gehört es zur Standardbehandlung, die körpereigene Androgenproduktion zu unterdrücken, um dem Krebs die Hormone zu entziehen.

Dieser Hormonentzug ist allerdings mit einem Östrogenabfall verbunden, der unerwünschte Wirkungen wie Hitzewallungen, Schwitzen oder eine verringerte Knochendichte haben kann. (Lesen Sie hier, warum Östrogen auch für Männer wichtig ist.) Die eingesetzten Wirkstoffe sind häufig GnRH-Agonisten, welche die Patienten in der Regel als Depotspritze unter die Haut oder in den Muskel gespritzt bekommen.

Leicht anzuwendende Pflaster als mögliche Alternative

Die in der Studie getesteten Pflaster enthielten als Wirkstoff transdermales Estradiol (tE2). Die Pflaster setzen das Hormon nach und nach frei, sodass der Körper es durch die Haut aufnehmen kann. Damit führen die Estradiolpflaster ebenso wie GnRH-Agonisten zu einer Senkung des Testosteronspiegels, vermeiden aber gleichzeitig den starken Östrogenabfall und seine möglichen Nebenwirkungen.

An der Studie nahmen 1.360 Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs teil. Bei der Mehrzahl von ihnen war der Tumor noch nicht metastasiert. Alle Teilnehmer wurden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Eine wurde mit Estradiolpflastern behandelt, die andere mit GnRH-Agonisten. Die Therapie dauerte mindestens zwei Jahre.

Vergleichbare Wirksamkeit

Die Studie ergab, dass transdermales Estradiol bei örtlich fortgeschrittenem Prostatakrebs ebenso wirksam ist wie die Standardtherapie mit GnRH-Agonisten. So lebten in der Estradiol-Gruppe auch nach drei Jahren noch 87,1 Prozent der Teilnehmer metastasenfrei, in der GnRH-Agonisten-Gruppe 85,9 Prozent.

Auch beim Gesamtüberleben nach fünf Jahren zeigte sich kein wesentlicher Unterschied zwischen den Gruppen: In der Estradiol-Gruppe lag es bei 81,1 Prozent und in der GnRH-Agonisten-Gruppe bei 79,2 Prozent. Zudem erreichten in beiden Gruppen etwa 85 Prozent der Patienten die gewünschten niedrigen Testosteronwerte.

Unterschiede bei den Nebenwirkungen

Deutliche Unterschiede gab es hingegen beim Nebenwirkungsprofil: So traten Hitzewallungen unter der Behandlung mit Estradiolpflastern deutlich seltener auf. Dafür kam es in derselben Gruppe häufiger zu einer gutartigen Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie). Insgesamt bewerten die Studienautoren das Nebenwirkungsprofil des Pflasters dennoch als günstig.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Pflaster mit transdermalem Estradiol eine wirksame und gut verträgliche Alternative zur bisherigen Antihormontherapie sein könnten. Ob und wann sie tatsächlich zur Hormonentzugstherapie bei örtlich fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen werden, bleibt jedoch abzuwarten.

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