Ab 2027
Sender streichen Teletext: Das ist der Grund
Aktualisiert am 02.11.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Jahrzehntelang flimmerten Textseiten über Millionen Bildschirme. Nun hat ProSiebenSat.1 das Aus bei gleich sieben Sendern verkündet – und nennt den Grund.
Seite 111 – jahrzehntelang tippten Fernsehzuschauer diese Zahl auf der Fernbedienung ein, um Nachrichten abzurufen. Doch bei ProSiebenSat.1 führt dieser Weg seit Anfang 2025 nur noch zu einem Verweis auf den Streamingdienst Joyn.
Jetzt hat die Sendergruppe den nächsten Schritt angekündigt: Ab Anfang 2027 schaltet ProSiebenSat.1 den Teletext bei allen sieben Sendern vollständig ab, berichtet das Medienmagazin „DWDL“. Betroffen sind ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, Sixx, Sat.1 Gold, ProSieben Maxx und Kabel Eins Doku.
Die meisten Zuschauer nutzen die Webseite
Die Ankündigung erschien auf der ersten Seite der jeweiligen Teletext-Angebote selbst, als Mitteilung „in eigener Sache“. Ein Sprecher der Sendergruppe lieferte die Begründung: „Das Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer an unseren Teletext-Angeboten tangiert gegen null“, sagte er „DWDL“. Den Platz als Informationsquelle habe längst die Webseite von Joyn übernommen.
Bereits zu Beginn des Jahres 2025 hatte ProSiebenSat.1 das Teletext-Angebot stark zusammengestrichen. Redaktionelle Inhalte verschwanden vollständig, übrig blieben nur noch Programminformationen. Schon damals hatte die Sendergruppe erklärt, Zuschauer hätten im Teletext ohnehin fast ausschließlich nach dem Fernsehprogramm gesucht.
Untertitel bleiben erhalten
Mit dem Teletext fällt auch der bisherige technische Zugang zu den Untertiteln weg. Künftig lassen sich diese direkt über die Einstellungen des Fernsehers oder des Receivers aktivieren. Der Sprecher betonte, man folge damit dem Vorgehen anderer großer Medienhäuser: „Die Untertitelung fällt nicht weg, sondern lediglich der technische Zugangsweg verändert sich.“
Andere Sender gehen einen anderen Weg. Das ZDF hat zwar Sportnachrichten und Börsenkurse aus seinem Videotext gestrichen, und mehrere Dritte Programme betreiben kein eigenes Angebot mehr, sondern übernehmen den ARD-Text. Ein vollständiges Ende ist dort aber nicht geplant.
Der Videotext stammt aus der Zeit des analogen Fernsehens. Die Sender übertrugen die Textseiten damals in der sogenannten Austastlücke des Fernsehsignals, einem ungenutzten Teil des Bildsignals. Abrufbar waren sie über dreistellige Seitenzahlen auf der Fernbedienung.