Zverev aufgebracht
„Hältst du es für normal?“
01.11.2026 – 01:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Eiin Außenseiter stoppt Alexander Zverev auf dem Weg zum Titel in Wien. Ausgerechnet in seinem ersten Spiel als neue Nummer eins der Welt.
Alexander Zverev hat im ersten Spiel nach dem erstmaligen Erreichen von Weltranglistenplatz eins den Kürzeren gezogen. Der Hamburger verlor das Halbfinale beim ATP-Turnier in Wien überraschend gegen Alex de Minaur aus Australien. In einem über weite Strecken engen Match musste sich der 30-Jährige mit 4:6, 6:1, 6:7 (4:7) geschlagen geben. Damit verpasste Zverev auch das mögliche Traumfinale gegen Carlos Alcaraz am Sonntag. Der Spanier hatte sich zuvor in zwei Sätzen gegen Dmitrii Medwedew mit 6:4, 7:6 (7:2) durchgesetzt.
Der Deutsche ließ an diesesm Tag hingegen die Präzision in seinem Spiel vermissen, er agierte teilweise zu ungenau, leistete sich insgesamt 31 unerzwungene Fehler und wirkte müde. Außenseiter DeMinaur ergriff hingegen die Chance auf das Endspiel und spielte aggressiv, immer wieder zwang der Mann aus Sydney Zverev in die Defensive und raubte dem Deutschen schließlich im Tiebreak, in dem er schnell mit 3:0 in Führung lag, den Nerv. Bezeichnend: Mit einem einfachen Fehler – einer ins Aus geschlagenen Vorhand – besiegelte Zverev nach 2:33 Stunden die Niederlage.
„Ich bin total stolz, wie ich die Situation heute gehandhabt habe“, sagte de Minaur, „ich bin immer ruhig geblieben, auch wenn ich Doppelfehler gemacht habe.“ Zverev blieb indes nicht ruhig, beschwerte sich mehrmals über die nachlassende Qualität der Bälle. „Hältst du es für normal, in einem Turnier mit solchen Bällen zu spielen?“, sagte er zu Schiedsrichter Arnaud Gabas und hielt ihm dabei eine Filzkugel vor die Nase.
Erhoffte Revanche fällt für Zverev aus
Einmal warf Zverev eine der Filzkugeln in die Box von Turnierdirektor Herwig Straka. Der Weltranglistenerste hätte sich wohl schnellere Bälle gewünscht. Er haderte mit den Spielgeräten – ausschlaggebend für das verpasste Finale in Wien waren sie aber wohl nicht. Dafür fehlte Zverev an diesem Abend der nötige Biss.
Zverev hatte vor allem zu Beginn des Matches ungewohnte Probleme mit seinem Aufschlag, was de Minaur im ersten Satz acht Breakchancen einbrachte. Der Australier nutzte eine davon zum 3:2 und sicherte sich nach 50 Minuten den Satzvorsprung. Dies wirkte auf den Deutschen wie ein Wecker: Im zweiten Satz spielte Zverev auf einmal ohne Schwäche, gewann fünf Spiele in Serie. Er profitierte dabei aber auch vom fehlerhaften Service de Minaurs.
