Berliner Koalitionspoker
SPD will Mitglieder über Bündnis abstimmen lassen
26.10.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 1 Min.
Nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl laufen Verhandlungen über ein Dreierbündnis. Nun will auch die SPD ihre Basis einbinden – auf Druck prominenter Parteigrößen.
Die Berliner SPD plant eine Mitgliederbefragung über einen möglichen rot-grün-roten Koalitionsvertrag. Das berichtete zuerst der „Tagesspiegel“ in seinem Newsletter „Checkpoint“, bestätigt durch Parteikreise. Demnach soll das Vorhaben zunächst im geschäftsführenden Landesvorstand beraten werden, bevor der erweiterte Landesvorstand darüber entscheidet.
Aus der Partei war der Ruf nach einer Einbindung der Mitglieder zuletzt lauter geworden. Zu den Befürworterinnen einer solchen Befragung zählt Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, die frühere Parteichefin. Auch der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprach sich dafür aus. Beide stehen einem rot-grün-roten Bündnis ablehnend gegenüber.
Linke wurde stärkste Kraft
Für die SPD wäre es nicht das erste Mal: 2023 befragte sie ihre Mitglieder zur damaligen schwarz-roten Koalition, 2024 zur neuen Parteispitze. Linke und Grüne haben eine solche Befragung bereits angekündigt.
Den Anstoß für die Koalitionsgespräche gab die Abgeordnetenhauswahl vom 20. September. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent) und Grünen (14,3 Prozent). Die SPD erzielte mit 12,1 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die bisherige CDU/SPD-Koalition verlor ihre Mehrheit. Nach erfolgreichen Sondierungsgesprächen wird nun an einem rot-grün-roten Bündnis gearbeitet. Gelingt das, könnte Linke-Fraktionschefin Elif Eralp erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei in Berlin werden.