Markus Söder hat wieder Rückhalt in der CSU. Die Bayern-Show stört beim Parteitag in München aber wieder einmal: Berlin.
Markus Söder macht sich Sorgen. Sorgen um Deutschland. In Bayern, da läuft es natürlich deutlich besser, findet Bayerns Ministerpräsident, klar. Und trotzdem: „Es gibt kein Schönreden“, sagt Söder. „Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien.“ In Bayern könne man dem negativen Trend zwar trotzen. Aber die Union, die müsse sich schon „an die eigene Nase fassen“.
Kämpfen müsse man, sich wehren, und zwar gemeinsam. Dann sei auch im Bund „eine Wende möglich“. Was dort falsch läuft? Da hat Söder nicht nur eine Idee. Als es um Schulden geht, sagt Söder: „Die Glaubwürdigkeit leidet, wenn man vor den Wahlen was anderes verspricht, als nachher macht.“ Als es um die AfD geht, sagt er: „Wer am Volk vorbeiredet, muss sich nicht wundern, wenn das Volk vorbeiwählt.“
Liebe Grüße aus München nach Berlin, Herr Bundeskanzler.
Der Parteitag der CSU an diesem Wochenende in München findet in politisch „stürmischen Zeiten“ statt, wie Söder sagt. Das stimmt. Für Söder persönlich aber waren die Zeiten in den vergangenen Monaten schon deutlich stürmischer. Er hat seine Macht in Bayern konsolidiert. Es könnte ein Traum in Weiß-Blau werden hier in München – wäre da nicht wieder mal Ärger aus Berlin. Die CDU will bei der B-Frage doch noch mitreden: der Frage nach der nächsten Bundespräsidentin.
Vor ein paar Monaten drohte noch Meuterei
Es ist noch nicht lange her, da machte sich in der CSU über Markus Söder Unmut breit. Manche glaubten, die Methode Söder habe sich abgenutzt. Das Krachlederne, immer laut, nicht immer seriös. Seit 2018 macht Söder das nun schon so als Ministerpräsident. Inhaltlich hat er diverse Häutungen hinter sich, umarmte mal Bäume für den Klimaschutz und stellte sich dann wieder gegen grüne Ideologie. Je nach Zeitgeist.
Einige in der CSU fürchteten damals, die Leute seien es inzwischen leid, Söder werde das Unernste, mitunter Unseriöse, nicht mehr los. Im Dezember wählten ihn seine Parteifreunde mit nur 83,6 Prozent wieder zum Vorsitzenden. Bei der CSU gilt das als Denkzettel. Nachdem die Kommunalwahlen im Frühjahr für die CSU schmerzhafte Niederlagen gebracht hatten, drohte sich der Denkzettel zur Meuterei auszuwachsen.

Manfred Weber, der Mann in Brüssel für die CSU, verschickte einen „Pfingstbrief“, in dem er den Kurs Söders deutlich kritisierte – und damit auch Söder selbst. Inhalte und Personen lassen sich besonders in der CSU nie voneinander trennen. Zumal Weber und Söder sich so gar nicht mögen. Weber schrieb, viele Menschen fühlten sich nicht mehr gehört. Die CSU müsse eine Idee davon bieten, was Bayern in Zukunft zusammenhalten solle. Doch Söder gelang es, seine Unterstützer zu aktivieren.