SPD-Führungsfrage
Heil äußert sich zu Ambitionen auf Parteivorsitz
18.10.2026 – 23:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Die SPD sucht nach dem Rücktritt von Bärbel Bas eine neue Führung. Nun meldet sich ein prominenter Name zu Wort.
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat eine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz nicht ausgeschlossen. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ sagte er, er erhalte viele Ermutigungen aus der Partei. Eine Entscheidung hänge davon ab, welche Richtung die SPD einschlage und wer das Team sei.
Heil betonte, es gehe nicht um einzelne Personen oder darum, „irgendwelche Posten hin- und herzuschieben“. Es gehe um eine größere Aufgabe. Die SPD müsse für den sozialen Zusammenhalt und für eine starke Demokratie Verantwortung übernehmen, zu Kompromissen bereit sein und gleichzeitig ihre langfristigen Ziele klar benennen. „Ich kann zu dieser Zeit nur sagen: Ich kann das nicht ausschließen. Es kommt darauf an, welche Richtung wir gemeinsam einschlagen und wer das Team ist. Ein Mensch allein wird es nicht schaffen, denn die Aufgaben sind groß“, sagte Heil.
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Nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas will die SPD im Winter ihre Führung neu wählen. Der amtierende Vorsitzende Lars Klingbeil, der zugleich Bundesfinanzminister und Vizekanzler ist, hat bislang offengelassen, ob er erneut kandidiert.
Heil äußerte sich auch zu den laufenden Gesprächen über eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Berlin. „Ich habe erhebliche Zweifel, ob die Berliner Linkspartei regierungsfähig und -willig ist“, sagte er. Bevor die SPD dort Regierungsverantwortung übernehme, müssten einige Fragen geklärt sein: ein klarer Schlussstrich unter den Antisemitismus von rechts wie von links, ein Bekenntnis zur inneren Sicherheit und zu einer vernünftigen Politik. „Nur, wenn das passiert, sind Koalitionen möglich, mit wem auch immer“, so Heil. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.