„Verwahrlosung ist kein Sanierungskonzept“
Partei fordert Schutzschirm für Galeria-Beschäftigte
02.10.2026 – 14:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Kaufhauskette Galeria meldet zum vierten Mal in sechs Jahren Insolvenz an. Die Linke fordert nun Lösungen für die Beschäftigten.
Die Linke fordert angesichts der erneuten Insolvenz der Kaufhauskette Galeria einen Schutzschirm für die Beschäftigten. „Die Verantwortlichen müssen jetzt endlich ein tragfähiges Konzept auf den Tisch legen, das Arbeitsplätze sichert und den Filialen eine Zukunft gibt“, sagte Parteichefin Ines Schwerdtner t-online. „Noch mehr Personalabbau und die schleichende Verwahrlosung der Häuser sind kein Sanierungskonzept, sondern ein Weg in die nächste Krise.“
Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, teilte das Unternehmen mit. Es ist nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Auch Staatshilfen von mehreren Hundert Millionen Euro retteten die Kaufhauskette nicht, zahlreiche Filialen wurden infolge der zurückliegenden Verfahren geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um Galeria den Weg aus der Krise zu ermöglichen.
Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte den Sitz von Essen nach Düsseldorf. Mehr dazu lesen Sie hier.
„Für die 12.000 Beschäftigten ist die erneute Insolvenz eine Hiobsbotschaft“, sagte Schwerdtner. „Viele von ihnen kämpfen seit Jahren um ihre Arbeitsplätze, haben auf Geld verzichtet und eine Sanierung nach der anderen mitgetragen.“ Sie dürften nun nicht diejenigen sein, die für die Krise bezahlen. „Ein Blankoscheck für Bernd Beetz und NRDC kommt nicht in Frage. Es braucht zu allererst einen Schutzschirm für die Beschäftigten, nicht für die Eigentümer“, so Schwerdtner. „Es ist doch niemandem mehr vermittelbar, dass Gewinne privatisiert werden, während bei Verlusten die Beschäftigten verzichten und der Staat einspringen soll. Dieses Spiel muss ein Ende haben.“
Der Einzelhandel in Deutschland steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade hat die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel ein Zehnjahreshoch erreicht. Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 meldeten demnach gut 2.600 Einzelhändler Insolvenz an.