Wichtig zu wissen
Werden solche anatomischen Veränderungen festgestellt, müssen sie nicht zwangsläufig Ursache der Beschwerden sein. Mitunter bereiten solche Veränderungen nämlich keine spürbaren Probleme
Obstruktive Stuhlentleerungsstörung: Wie lässt sie sich behandeln?
Wie eine obstruktive Stuhlentleerungsstörung behandelt wird, richtet sich vor allem danach, was sie verursacht. In vielen Fällen genügt eine konservative (nicht-operative) Therapie.
Konservative Behandlung
Häufig kann bereits ein Beckenbodentraining in Kombination mit einer Biofeedbacktherapie helfen. Diese sollen die Muskelkoordination im Beckenbodenbereich verbessern und so das Entleeren des Enddarms erleichtern.
Positiv können sich zusätzlich ein gezieltes Toilettentraining sowie eine Veränderung bestimmter Lebensgewohnheiten auswirken. Dazu zählen etwa regelmäßige Toilettenzeiten, eine Körperhaltung, die den Stuhlgang erleichtert (zum Beispiel durch einen speziellen Toilettenhocker), eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung.
Um die Darmentleerung zu erleichtern, verschreiben Ärzte bei Bedarf mitunter auch Abführmittel (Laxanzien) oder Einläufe (Klistiere). Aber: Obwohl diese Mittel den Stuhl weicher machen, lässt sich der Darm dadurch nicht in jedem Fall leichter entleeren.
Bessern sich die Beschwerden durch diese Methoden nicht, kann eine Injektion von Botulinumtoxin in den Beckenboden infrage kommen. So lässt sich eine überaktive Muskulatur entspannen und der Darm vorübergehend leichter entleeren.
Eine psychologische Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn seelische Belastungen (wie Depressionen, Angststörungen) oder Stress zum Beschwerdebild beitragen.
Operative Behandlung
Ist das Beschwerdebild trotz konservativer Maßnahmen unvermindert schwer beziehungsweise liegen der obstruktiven Stuhlentleerungsstörung anatomische Ursachen zugrunde, kann ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden.
Wie dieser genau aussieht, richtet sich vor allem danach, wo genau die ursächliche Veränderung liegt und wie stark sie ausgeprägt ist. Zu den infrage kommenden Methoden zählen beispielsweise:
- ventrale Mesh-Rektopexie (VMR): Dabei wird der Enddarm mit einem Netz fixiert. Dieser minimalinvasive Eingriff kann zum Beispiel bei einer Rektozele oder Invagination zum Einsatz kommen.
- transanale Eingriffe (wie die STARR-Operation): Hierbei wird über den After überschüssige Darmschleimhaut gestrafft und entfernt.
- transvaginale oder transperineale Operationen: Hierbei wird der Eingriff über die Scheide oder durch den Damm vorgenommen (wie etwa bei Rektozelen).
Fazit
Bei einer obstruktiven Stuhlentleerungsstörung die korrekte Diagnose zu stellen, ist nicht immer leicht, da die Übergänge zu anderen Erkrankungen fließend sein können. Aber auch wenn das oft komplexe Beschwerdebild bislang nicht vollständig verstanden ist, ist es in der Regel doch behandelbar. Mit der passenden Therapie lässt sich die Lebensqualität häufig erheblich verbessern.