BASF will Evonik übernehmen
Gewerkschaft warnt vor Folgen für Beschäftigte und Standorte
28.09.2026 – 18:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine mögliche Übernahme von Evonik durch BASF sorgt bereits für Kritik. Die Chemiegewerkschaft IGBCE warnt vor möglichen Folgen für Beschäftigte und Standorte und fordert klare Zukunftsperspektiven.
Die Chemiegewerkschaft IGBCE hat sich skeptisch zum Übernahmeangebot der BASF für Evonik geäußert. Nach der Ankündigung der BASF, eine Übernahme des Wettbewerbers Evonik zu sondieren, blieben viele offene und kritische Fragen, erklärte die Gewerkschaft in Hannover.
Eine Übernahme eines erfolgreichen Unternehmens durch ein anderes erfolgreiches Unternehmen werde für ihre Standorte und Beschäftigten nicht allein dadurch zu einer Zukunftsgeschichte, dass das neue Gebilde größer werde, so der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. Was Aktionären und Börsenhändlern schlüssig erscheinen möge, müsse mit Blick auf die Mitarbeitenden, die Standorte, den Markt und die heimische Wertschöpfung noch lange nicht sinnvoll sein.
Übernahme bislang nicht konkret
Am Freitag hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Angebot gibt. Evonik sprach von einer unverbindlichen Ansprache durch die BASF. „Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet.“ Gespräche fänden derzeit nicht statt, teilte Evonik am Freitag weiter mit. BASF hatte mitgeteilt: „Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen.“ Die RAG-Stiftung, die die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus finanziert, hält aktuell knapp 44 Prozent an Evonik.
„Für die Beschäftigten und Standorte von BASF wie von Evonik braucht es vielmehr Zukunftsperspektiven und Investitionszusagen“, erklärte Vassiliadis. Nur so werde trotz des hohen Konsolidierungsdrucks in der Branche eine Stärkung der deutschen und europäischen Standorte konkret greifbar. In beiden Unternehmen liefen derzeit ohnehin schon harte Restrukturierungs- und Personalabbauprogramme. „Beide Konzerne sollten sich hüten, diese Schraube zu überdrehen.“