Hollywoodstar aus Thüringen
Sandra Hüller sieht sich nicht als Deutsche
Aktualisiert am 02.09.2026 – 10:10 UhrLesedauer: 2 Min.
„Vaterland“ handelt von der Rückkehr Thomas Manns nach Deutschland 1949, Sandra Hüller verkörpert in dem Film Manns Tochter Erika. In einem Interview äußert sie sich über ihr Verhältnis zu Deutschland.
In Thüringen geboren, in Hollywood erfolgreich: Sandra Hüller ist eine der gefragtesten deutschen Schauspielerinnen in den USA. Ab 3. September ist sie in dem Drama „Vaterland“ zu sehen. Mit der „Süddeutschen Zeitung“ spricht sie über ihre Identität sowie den Umgang mit Heimat und Verantwortung.
Hüller sagte dem Interview: „Ich persönlich identifiziere mich nicht als Deutsche. Ich würde sagen, ich sehe mich als thüringische Europäerin oder europäische Thüringerin. Aber ich finde: Wenn man in diesem Land geboren ist, trägt das eine Verantwortung in sich. Die kann man nicht einfach ignorieren.“
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Diese Verantwortung habe aber auch eine Grenze. „Ich kann mich nicht jedes Mal für Thüringen und irgendwelche Wahlentscheidungen rechtfertigen“, so die 48-Jährige. Auf die Frage, ob sie finde, dass ein Schatten über Thüringen liege, sagte sie: „Ich bin oft da, weil Teile meiner Familie da leben. Ich weigere mich, anzuerkennen, dass da ein Schatten drüber liegt. Ich glaube, dass Thüringen mehr kann als das.“
Die „Vaterland“-Darstellerin erzählte, dass sie im Austausch mit Menschen aus anderen Ländern häufig mit ihrem Deutschsein konfrontiert werde. „Viele Gespräche drehen sich um deutsche Politik in der Vergangenheit und in der Jetztzeit.“
Die oscarnominierte Schauspielerin sprach auch über ihre Herkunft aus der DDR. Sie ist 1978 im thüringischen Suhl geboren und nahe Rudolstadt aufgewachsen. Auf die Frage, ob sie überhaupt das Gefühl habe, nach Hause kommen zu können, antwortete sie: „Das geht nicht, das Land existiert ja nicht mehr.“