Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf
Verdächtiger Mann in Parlament – Bodyguards greifen zu
31.08.2026 – 17:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann gelangt unbefugt auf die Besuchertribüne des Berliner Landesparlaments und wird festgenommen. Der Staatsschutz prüft einen politischen Hintergrund. Erste Konsequenzen gibt es schon.
Die Polizei hat im Berliner Landesparlament einen Mann festgenommen, der sich auffällig verhalten hat und unerlaubt auf die Besuchertribüne des Plenarsaals gelangt ist. Das teilte das Abgeordnetenhaus auf Anfrage mit. Zu dem Vorfall kam es bereits am 2. Juli. Die Ermittlungen hat wegen eines möglichen politischen Hintergrunds der Staatsschutz des Landeskriminalamts übernommen.
Zuvor hatte die „B.Z.“ darüber berichtet. Ermittelt wird der Polizei zufolge wegen des Verdachts, die Tätigkeit eines Gesetzgebungsorgans gestört zu haben und wegen Körperverletzung. Eine Waffe habe der Mann nicht bei sich getragen, sagte eine Polizeisprecherin.
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Zutritt für einzelne Besucher nur noch mit voriger Anmeldung
Nach Angaben der „B.Z.“ hatten zunächst Bodyguards von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) den Mann überwältigt und dann der Polizei übergeben. Ein Sprecher des Abgeordnetenhauses erläuterte, der Mann habe am Eingang – wie jeder Besucher, der das Abgeordnetenhaus betritt und einer Sicherheitskontrolle unterliegt – einen Besucherausweis erhalten.
Eine Anmeldung für die Besuchertribüne habe er nicht gehabt. Dort hat er nach Angaben der „B.Z.“ laut geredet, auffällig gestikuliert und die Besuchertribüne dann verlassen. In einem von ihm an der Garderobe abgegebenem Gepäckstück sei ein sogenanntes Multitool entdeckt worden. Solche Multifunktionswerkzeuge verfügen in der Regel unter anderem auch über eine Schere, ein Messer oder eine Säge.
Die Polizei machte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen dazu keine Angaben. Das gilt auch für die Motive des Mannes. Dem Sprecher des Abgeordnetenhauses zufolge wurden die Zugangsvoraussetzungen inzwischen verschärft. Einzelbesucher dürfen das Parlamentsgebäude in Berlin-Mitte an den Plenartagen des Abgeordnetenhauses zunächst nur noch nach voriger Anmeldung betreten.