Neue Studie
Wer so spät frühstückt, hat ein höheres Sterberisiko
26.08.2026 – 06:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Einer großen Studie zufolge sind bestimmte Essenszeiten womöglich mit einem höheren Sterberisiko verbunden. Das gilt für die erste Mahlzeit des Tages, aber auch für das Abendessen.
Ob Frühstück um sieben oder erst kurz vor Mittag, Abendessen am frühen Abend oder nach Mitternacht: Der Zeitpunkt einer Mahlzeit könnte für die Gesundheit eine Rolle spielen. Forscher haben untersucht, ob sich bestimmte Essenszeiten langfristig auf Sterberisiko und Lebenserwartung auswirken. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „European Journal of Clinical Nutrition“.
Mehr als 30.000 Menschen untersucht
Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 31.044 Erwachsenen ab 40 Jahren aus. Die Teilnehmer hatten zwischen 1999 und 2018 an der US-amerikanischen Gesundheitsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) teilgenommen und in einem 24-Stunden-Ernährungsprotokoll angegeben, wann sie ihre Mahlzeiten zu sich nahmen. Über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 8,6 Jahren wurden 7.129 Todesfälle registriert.
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Spätes Frühstück, höheres Risiko
Als Vergleich diente eine erste Mahlzeit zwischen 7 und 8 Uhr. Wer erst zwischen 8 und 10 Uhr aß, hatte ein um zehn Prozent höheres Risiko, im Beobachtungszeitraum zu sterben. Bei einem ersten Essen zwischen 10 und 12 Uhr lag das Risiko 19 Prozent höher. Wer erst nach 12 Uhr seine erste Mahlzeit zu sich nahm, hatte ein um 29 Prozent höheres Sterberisiko.
Das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, war ebenfalls erhöht: Bei Menschen, die ihre erste Mahlzeit erst nach 12 Uhr aßen, lag es um 46 Prozent höher.
Auch beim Abendessen zeigt sich ein auffälliger Zusammenhang
Am günstigsten schnitt in der Auswertung ein letztes Essen zwischen 19 und 20 Uhr ab. Wer bereits vor 19 Uhr seine letzte Mahlzeit aß, hatte ein um 13 Prozent höheres Sterberisiko. Bei einem Abendessen nach Mitternacht lag es sogar um 27 Prozent höher. Das Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen war dann um 51 Prozent erhöht.
Bei Menschen ab 50 Jahren war ein späteres erstes Essen zudem mit einer geringeren statistisch geschätzten Lebenserwartung verbunden: Bei einem Beginn nach 12 Uhr betrug der Unterschied durchschnittlich 2,46 Jahre. Wer die letzte Mahlzeit nach Mitternacht aß, kam auf 2,35 Jahre weniger.
Was heißt das für den Alltag?
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass spätes Frühstücken oder Abendessen direkt für einen früheren Tod verantwortlich ist. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Forscher lediglich Zusammenhänge feststellen, aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen.
Möglicherweise spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Menschen, die sehr spät essen, könnten sich beispielsweise in weiteren Punkten von anderen Teilnehmern unterscheiden, etwa bei Schlaf, Stress, Bewegung, Vorerkrankungen oder Arbeitszeiten (zum Beispiel Schichtarbeit).