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Home » Trient verbietet nachts Biomülltonnen – das steckt dahinter
Leben

Trient verbietet nachts Biomülltonnen – das steckt dahinter

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 19, 2026
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Räuber in der Finsternis

Trient erlässt neue nächtliche Müllordnung – das ist der Grund


19.08.2026 – 13:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Ein Braunbär räubert eine Mülltonne aus (Archivbild): In der italienischen Stadt Trient soll eine neue Müllrichtlinie das Bärenproblem lösen. (Quelle: IMAGO/Hüseyin Demirci)

Begegnungen mit Bären können gefährlich sein. Die Stadt Trient will ihre Bewohner genauso schützen wie die wilden Tiere. Dazu muss die nötige Distanz her.

Für die Menschen in der norditalienischen Provinz Trentino sind Begegnungen mit Braunbären nichts Ungewöhnliches. Dass sich die Raubtiere jedoch nachts auf Nahrungssuche bis in die Hauptstadt Trient schleichen, löst zunehmend Besorgnis aus. Um die Tiere von Wohngebieten fernzuhalten, hat Bürgermeister Franco Ianeselli nun eine Verordnung erlassen, die das nächtliche Herausstellen von Biomülltonnen auf öffentlichen und privaten Flächen verbietet.

Die Maßnahme betrifft die Ortschaften Sardagna, Sopramonte, Cadine, Vigolo Baselga, Baselga del Bondone, Candriai, Vaneze, Norge, Vason und Viote – allesamt Gebiete, die regelmäßig von Bären frequentiert werden. „Biomüll, der nachts leicht zugänglich ist, lockt die Tiere an und erhöht das Risiko von Begegnungen mit Menschen“, sagte der Bürgermeister laut der Zeitung „Il Dolomiti“ in einer Pressemitteilung.

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Künftig dürfen die Behälter nur noch am Morgen des jeweiligen Abholtages zwischen 6 und 7 Uhr herausgestellt werden. Nach der Leerung müssen sie unverzüglich wieder in geschlossene Räume gebracht werden. Verstöße gegen die Verordnung werden mit Bußgeldern zwischen 89 und 534 Euro geahndet, heißt es.

Die Stadtverwaltung betont, dass diese Regelung längst überfällig sei. „Es sollte selbstverständlich sein, organische Abfälle so zu entsorgen, dass sie für Wildtiere nicht erreichbar sind – unabhängig davon, ob große Beutegreifer in einem Gebiet vorkommen oder nicht“, heißt es in der Mitteilung.

Blick auf Trient
Blick auf Trient

Bären in Norditalien

Im italienischen Trentino leben schätzungsweise 100 bis 120 Braunbären. Sie gehen auf das EU-Projekt „Life Ursus“ aus den späten 1990er-Jahren zurück. Die Tiere halten sich überwiegend im westlichen Teil der Region auf (wie den Brenta-Dolomiten – an deren Fuß Trient liegt – und dem Val di Sole).

Zusätzlich seien bereits 30 Schutzvorrichtungen für öffentliche Biomüllcontainer in den Bezirken Sardagna, Bondone, Sopramonte, Candriai und Vaneze installiert worden. Weitere 37 sollen in den höher gelegenen Gebieten bis hinauf nach Vason folgen. Die robusten Stahlbehälter sind auf Stahlbetonsockeln verankert und mit einem automatischen Schließmechanismus ausgestattet, der verhindert, dass sie versehentlich offen bleiben.

Mit diesen Maßnahmen wolle Trient nicht nur die Sicherheit der Bewohner erhöhen, sondern auch die Bären vor unnötigen Risiken schützen. Denn je stärker die Tiere an menschliche Siedlungen gewöhnt werden, desto größer werde die Gefahr von Konflikten – mit oft tödlichen Folgen für die Tiere.

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