Nach 106 Jahren
Elektronikfirma aus Norddeutschland droht das Aus
18.08.2026 – 20:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit mehr als einem Jahrhundert gibt es Vivanco. Nun ist der Elektronikanbieter zahlungsunfähig – die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss.
Dem Elektronikunternehmen Vivanco aus Ahrensburg bei Hamburg droht nach mehr als 100 Jahren das Aus. Über das Vermögen der Vivanco GmbH und der Vivanco Gruppe GmbH wurden Insolvenzverfahren eröffnet. Wie es für die Beschäftigten und die beiden Gesellschaften weitergeht, ist derzeit unklar. Das Unternehmen hatte bereits im Februar 2026 Insolvenz angemeldet.
Zunächst ordnete das Amtsgericht ein Verfahren in Eigenverwaltung an. Ende Juli hob das Amtsgericht Reinbek diese Entscheidung jedoch auf und eröffnete das reguläre Insolvenzverfahren. Zum Insolvenzverwalter wurde Peter-Alexander Borchhardt von der Kanzlei Reimer Rechtsanwälte bestellt.
Deutscher Elektronikhersteller Vivanco ist insolvent
Vivanco war zuletzt vor allem für Elektronikzubehör für Smartphones, Tablets, Fernseher und Gaming-Geräte bekannt. Zum Unternehmen gehörten Marken wie Aircoustic, Babyfon, Titan und Prowire. Gegründet wurde das Unternehmen 1920 von den Brüdern Edgar und Gustavo de Vivanco.
Zunächst handelte die Firma mit Rohstoffen und Konsumgütern zwischen Deutschland und den Philippinen. Erst 1980 stieg Vivanco in das Geschäft mit Elektronikzubehör ein und expandierte später in mehrere Länder. Nach starkem Wachstum geriet das Unternehmen jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Zahl der Beschäftigten sank von zeitweise rund 1.000 auf etwa 300. Seit 2011 hält eine Tochter der chinesischen Ningbo Ship Group die Mehrheit an Vivanco, inzwischen sind es mehr als 83 Prozent.
Zuletzt schrumpfte das Geschäft weiter. Seit 2020 gingen die Umsätze zurück. Im März 2025 verkaufte Vivanco auch sein deutsches Geschäft mit Unterhaltungselektronik einschließlich der Marken- und Namensrechte an den italienischen Konkurrenten SBS. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte der Konzern noch 9,6 Millionen Euro Umsatz.