Großübung im ICE-Tunnel
Alarmkette versagt – Retter kommen erst nach mehr als zwei Stunden
11.08.2026 – 09:26 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein brennender ICE, 100 Fahrgäste und ein Wettlauf gegen die Zeit im Sandbergtunnel an der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt: Bei einer Großübung läuft einiges schief.
Bei einer Katastrophenschutzübung in einem ICE-Tunnel in Thüringen sind die ersten Rettungstrupps erst mehr als zwei Stunden nach der Feuermeldung eingetroffen.
Im 1.320 Meter langen Sandbergtunnel bei Traßdorf war am Samstag der Brand eines ICE simuliert worden. Der Tunnel liegt an der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt. Mehr als 250 Einsatzkräfte nahmen an der Übung teil, rund 100 Komparsen stellten die Fahrgäste dar.
Innenminister sieht Probleme bei Alarmierung
Wie das Portal „inSüdthüringen.de“ berichtet, funktionierte die Alarmierungskette offenbar nicht wie vorgesehen. Die Rettungskräfte seien mit erheblicher Verspätung eingetroffen. Mehrere Fachleute vor Ort hätten eingeschätzt, dass eine solche Verzögerung bei einem echten Tunnelbrand wahrscheinlich zahlreiche Menschenleben gekostet hätte.
Auch das Thüringer Innenministerium bestätigte Probleme. Nach vorläufigem Stand habe es Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs und anschließend bei der Alarmierung der Feuerwehr gegeben. Hinzu kamen demnach ein technischer Defekt, reale Einsätze sowie längere Anfahrtswege einzelner Einheiten.
Innenminister Georg Maier (SPD) erklärte, die Übung habe Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt. Die Abläufe würden nun weiter ausgewertet. Künftig müssten die Alarmierungswege technisch, organisatorisch und praktisch regelmäßig getestet werden.










