Kartoffeln, Techno und Freiheit
Neue ZDF-Serie über Münchens wilde Jahre spaltet die Kritiker
09.08.2026 – 18:41 UhrLesedauer: 2 Min.
„München Beats“ will die Aufbruchsstimmung der 1990er-Jahre einfangen. Doch die ersten Kritiken bemängeln die überladene Geschichte ohne Bezug zur Gegenwart.
Eine junge Frau verlässt den elterlichen Bauernhof in Ismaning, um in München ihren eigenen Weg zu gehen: Mit einem Akkordeon im Gepäck und dem Traum, DJ zu werden, taucht Linda Bierwirth in die Technoszene der 1990er-Jahre ein. Davon erzählt der ZDF-Vierteiler „München Beats“.
- „München Beats“: Diese Serie zeigt Münchens wildeste Jahre
Als Ausgangspunkt dient der Niedergang der Pfanni-Werke, auf deren ehemaligem Fabrikgelände später der Kunstpark Ost entstand. Die Serie verbindet diesen wirtschaftlichen Umbruch mit dem Aufkommen der Technobewegung, neuen Freiräumen für die queere Szene und dem Aufeinanderprallen von Stadt und Land, Tradition und Veränderung.
ZDF-Serie „München Beats“: Zeitreise in die 90er Jahre
Gedreht wurde unter anderem auf einem ehemaligen Pharma-Gelände in Wolfratshausen und im heutigen Werksviertel. Auch das Münchner Szenehotel „Deutsche Eiche“ spielt eine wichtige Rolle.

Zum Ensemble gehören Jule Hermann, Tobias Moretti sowie Klaus Steinbacher; Gastauftritte haben unter anderem der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Für Hauptdarstellerin Hermann erwies sich beim Casting ihre eigene Herkunft als Vorteil: Sie erzählte Regisseurin Mimi Kezele von den zehn Kühen ihrer Familie in Ismaning und konnte aus dem Stegreif alle Namen aufzählen.
Zu viel Handlung, zu wenig Technoszene?
Die ersten Kritiken fallen gemischt aus. Gunther Reinhardt lobt im „Rolling Stone“, dass die Serie Techno und die Arbeit von DJs ernst nehme, anstatt lediglich gängige Klischees über Drogen und Sex zu bedienen. Die märchenhafte Aufstiegsgeschichte vom Bauernhof ans DJ-Pult hätte seiner Ansicht nach bereits genügend Stoff geboten. Der Vierteiler werde jedoch zusätzlich mit der Historie des Pfanni-Konzerns, einer Coming-out-Geschichte und einer tragischen Liebesgeschichte überfrachtet. Sein Fazit: „Weniger ist mehr – nicht nur beim Techno.“











