Kurz erklärt
Was ist ein Gesichtsfeldausfall und was hilft?
Aktualisiert am 07.08.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Gesichtsfeldausfall kann sehr beunruhigend sein. Lesen Sie hier, welche Ursachen er hat, welche Symptome möglich sind und wie er sich behandeln lässt.
Als Gesichtsfeldausfall bezeichnen Fachleute den teilweisen oder vollständigen Verlust des sogenannten Gesichtsfelds. Ein umschriebener Gesichtsfeldausfall wird auch als Skotom bezeichnet.
Ein Gesichtsfeldausfall kann ein oder beide Augen betreffen. Je nach Ursache und Ausprägung bleibt das Sehvermögen in der Mitte, an den Rändern oder in bestimmten Bereichen des Gesichtsfelds erhalten.
Gesichtsfeld: Was ist das?
Das Gesichtsfeld umfasst den Bereich, den ein Mensch wahrnehmen kann, wenn er geradeaus blickt, ohne Augen oder Kopf zu bewegen
Gesichtsfeldausfall: Mögliche Ursachen
Ein Gesichtsfeldausfall kann verschiedene Ursachen haben. Oft sind Durchblutungsstörungen, Verletzungen oder neurologische Erkrankungen die Auslöser. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Schlaganfall: Ist die Durchblutung im Gehirn gestört, kann ein Teil des Gesichtsfelds plötzlich ausfallen.
- Grüner Star (Glaukom): Wird der Sehnerv geschädigt, kann das das Gesichtsfeld langsam einschränken.
- Migräne mit Aura: Typisch sind vorübergehende flimmernde oder zickzackförmige Sehstörungen (Flimmerskotom); teilweise kommt es auch zu vorübergehenden Gesichtsfeldausfällen.
- Netzhauterkrankungen: Erkrankungen wie eine Netzhautablösung oder eine diabetische Retinopathie (einer Folgeerkrankung von Diabetes mellitus) können das Gesichtsfeld einschränken.
- Hirntumore: Sie können den Sehnerv oder die Sehbahn im Gehirn beeinträchtigen.
- Multiple Sklerose: Entzündungen des Sehnervs können zu Sehstörungen führen, die auch mit Gesichtsfeldausfällen einhergehen können.
Mögliche Anzeichen für einen Gesichtsfeldausfall
Wie sich ein Gesichtsfeldausfall genau bemerkbar macht, hängt von der jeweiligen Ursache und dem betroffenen Bereich des Gesichtsfelds ab. Mögliche Symptome sind beispielsweise:
- dunkle oder verschwommene Flecken im Gesichtsfeld
- seitliche Bereiche des Gesichtsfelds verschwinden (Tunnelblick)
- plötzlicher Verlust eines Teils des Gesichtsfelds
- flackernde Bereiche
- Lichtblitze (vor allem bei Netzhautablösung)
- Unsicherheit beim Gehen, Übersehen von Gegenständen, Stoßen am Türrahmen oder Probleme beim Lesen
Treten solche Symptome plötzlich auf, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen – insbesondere, wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. (Wie der sogenannte FAST-Test Laien helfen kann, einen Schlaganfall zu erkennen, lesen Sie hier.)
Gesichtsfeldausfall: Diagnose und Behandlung
Um festzustellen, ob ein Gesichtsfeldausfall besteht und was ihn verursacht, sind augenärztliche und/oder neurologische Untersuchungen nötig, wie zum Beispiel:
- Sehtests
- Fingertest (Finger wird von außen ins Gesichtsfeld geführt, wobei ein Auge abgedeckt ist und das andere geradeaus blickt)
- Gesichtsfeldmessung (Perimetrie)
- Augenspiegelung
- bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT)
Welche Behandlung bei einem Gesichtsfeldausfall die richtige ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab.
Liegt dem Gesichtsfeldausfall ein Schlaganfall zugrunde, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Dieser muss sofort versorgt werden, um das Risiko für Folgeschäden zu verringern. Bleiben die Seheinschränkungen nach dem Schlaganfall bestehen, kann eine neurovisuelle Rehabilitation manchen Betroffenen helfen, besser mit den Einschränkungen umzugehen. Bei dieser geht es insbesondere um die Zusammenarbeit zwischen Auge und Gehirn










