Oft liegt es an der Prostata
Harnverhalt beim Mann – das sind mögliche Ursachen
Aktualisiert am 07.08.2026 – 16:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Wenn bei einem Mann Harnverhalt auftritt, können unterschiedliche Ursachen dahinterstecken. Die wichtigsten im Überblick.
Die Blase ist gefüllt und der Harndrang heftig, doch trotzdem gelingt das Urinieren nicht: So äußert sich akuter Harnverhalt typischerweise. Meist sind noch weitere Symptome im Bereich der Harnwege spürbar, etwa starke Schmerzen sowie ein Druckgefühl im Unterbauch (oberhalb des Schambeins).
Dahinter stecken oft Erkrankungen oder Verletzungen. Beim Mann ist häufig eine vergrößerte Prostata die Ursache – aber nicht immer.
Harnverhalt – mögliche Ursachen beim Mann
Zahlreiche verschiedene Krankheiten können zum Harnverhalt führen – sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Grundsätzlich kann es dazu kommen, wenn:
- die Harnröhre oder der Blasenhals blockiert ist,
- der Blasenmuskel beziehungsweise das Zusammenspiel von Blasenmuskel, Blasenhals, Schließmuskel und der zugehörigen Nervensteuerung gestört ist.
Beides kann wiederum eine Vielzahl an Ursachen haben. Beim Mann kann eine Blockade der Harnröhre oder des Blasenhalses etwa entstehen durch:
- eine gutartige Prostatavergrößerung (Bei einer Prostatavergrößerung kann ein akuter Harnverhalt unter anderem nach übermäßigem Alkoholkonsum auftreten.)
- Harnsteine
- eine Harnröhrenverengung, etwa infolge einer Entzündung oder einer Verletzung
- eine Verengung des Blasenhalses, etwa nach einer Operation
- Vorhautverengung (Phimose) oder eine Entzündung der Eichel
- eine (zum Beispiel durch einen Harnwegsinfekt ausgelöste) Entzündung der Prostata, durch die die Prostata anschwillt und die Harnröhre zusammendrückt
- Blutgerinnsel in der Blase
- eine durch eine sexuell übertragbare Krankheit oder einen Harnwegsinfekt hervorgerufene Harnröhrenentzündung
- einen Tumor (zum Beispiel Prostatakrebs)
Ein nervlich und/oder muskulär bedingter Harnverhalt kann unter anderem folgende Ursachen haben:
- Multiple Sklerose oder andere Nervenerkrankungen
- Schlaganfall
- Rückenmarksverletzung
- Bandscheibenvorfall
- Nervenschädigung durch Diabetes mellitus
- die Einnahme von Medikamenten, die das Nervensystem beeinflussen, beispielsweise bestimmte Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen (trizyklische Antidepressiva)
Insgesamt sind Männer – besonders ältere – häufiger vom Harnverhalt betroffen als Frauen.
Harnverhalt beim Mann – was tun?
Wenn ein Mann Anzeichen für akuten Harnverhalt bei sich bemerkt, sollte er sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Zum einen, damit die Schmerzen rasch wieder abklingen, zum anderen, um ernste Folgen wie zum Beispiel eine Schädigung der Nieren zu verhindern.
Diagnostiziert die Ärztin oder der Arzt einen akuten Harnverhalt, wird sie beziehungsweise er einen sogenannten Katheter legen, einen dünnen Schlauch, über den der Urin abfließen kann. Dieser wird entweder durch die Harnröhre (also über den Penis) oder durch einen kleinen Schnitt durch die Bauchdecke eingeführt.
Wie sich die weitere Behandlung gestaltet, hängt davon ab, was den akuten Harnverhalt ausgelöst hat. Ist eine vergrößerte Prostata die Ursache, können bestimmte Medikamente dazu beitragen, den Harnfluss zu verbessern.
Manchmal reicht eine medikamentöse Therapie nicht aus, um das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen. Bei Männern, die aufgrund einer Prostatavergrößerung wiederholt akuten Harnverhalt haben, kann ein operativer Eingriff nötig werden. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel „Was hilft, wenn die vergrößerte Prostata Beschwerden bereitet„.











