Folge anderer Krankheiten
Nierenbeckenentzündung beim Mann – das kann dahinterstecken
Aktualisiert am 07.08.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Wenn Männer an einer Nierenbeckenentzündung erkranken, hat das häufig mit bestimmten Risikofaktoren zu tun. Wir erklären, welche das sind und wie sich die Infektion äußert.
Eine Nierenbeckenentzündung entwickelt sich manchmal als Folge einer – spürbaren oder auch unbemerkten – Blasenentzündung, wenn die Bakterien von den unteren in die oberen Harnwege vordringen. Bei Männern kommt das seltener vor als bei Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko jedoch an.
Fachleute führen das unter anderem auf die anatomischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen zurück. Männer haben eine deutlich längere Harnröhre als Frauen. Bakterien müssen bei ihnen also eine weitere Strecke zurücklegen, um in die Blase zu gelangen.
Im höheren Alter können jedoch andere Faktoren das Infektionsrisiko erhöhen. Dazu zählen vor allem eine unvollständige Blasenentleerung und ein gestörter Urinabfluss.
Mögliche Ursachen für eine Nierenbeckenentzündung beim Mann
Eine Nierenbeckenentzündung wird durch Bakterien verursacht, bei Männern wie bei Frauen. Meist handelt es sich um Darmbakterien. Diese können – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr – auf den Penis gelangen und von dort aus in die Harnröhre eindringen. Am häufigsten finden Ärztinnen und Ärzte das Darmbakterium Escherichia coli. Geschlechtsverkehr kann die Übertragung begünstigen, ist aber nicht der einzige mögliche Auslöser.
Wie erwähnt, führt das bei den meisten Männern nicht zum Infekt, weil sie dank ihrer Anatomie recht gut für die Keime gewappnet sind. Für gewöhnlich spült der Urin die Bakterien rasch wieder aus – es sei denn, eine Vorerkrankung oder Fehlbildung beeinträchtigt die Harnwege: Fließt der Urin nicht richtig ab, scheidet der Körper die Bakterien unter Umständen nicht mehr vollständig aus und sie können sich leichter vermehren.
Somit erhöht alles, was den Urinabfluss stört, auch das Risiko für Blasen- und Nierenbeckenentzündungen: Harnsteine oder Tumoren zum Beispiel, oder auch eine Lähmung, die die Harnwege mitbetrifft. Auch ein Blasenkatheter oder ein Eingriff an den Harnwegen kann das Risiko erhöhen. Wenn Jungen im Kindesalter an einer Nierenbeckenentzündung erkranken, könnte auch eine angeborene Fehlanlage der ableitenden Harnwege der Grund sein.
Der häufigste Risikofaktor bei älteren Männern ist jedoch eine vergrößerte Prostata, die auf die Harnröhre drückt und diese dadurch verengt. Oft bleibt dann nach dem Wasserlassen Urin in der Blase zurück. In diesem Restharn können sich Bakterien leichter vermehren.
Eine andere verbreitete Erkrankung, die Harnwegsinfekte begünstigen kann, ist Diabetes mellitus. Unter anderem kann die Stoffwechselerkrankung die körpereigenen Abwehrkräfte beeinträchtigen und die Nerven schädigen – auch jene Nerven, die für die Funktion der Harnwege wichtig sind. Das Risiko steigt vor allem bei schlecht eingestelltem Diabetes oder bereits vorhandenen Folgeerkrankungen.
Bei manchen Männern findet sich trotz genauer Untersuchung keine eindeutige Ursache.
Wie äußert sich eine Nierenbeckenentzündung beim Mann?
Einer Nierenbeckenentzündung kann eine Blasenentzündung vorausgehen. Diese macht sich – sowohl beim Mann als auch bei der Frau – typischerweise durch folgende Anzeichen bemerkbar:











