Hohe Preise schrecken Käufer
Dieser Frühstücksklassiker wird immer unbeliebter
Aktualisiert am 02.08.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Glas Orangensaft zum Frühstück sparen sich immer mehr Menschen und reagieren damit auf die explodierenden Preise. Andere Getränke feiern hingegen Erfolge.
Lange Zeit gehörte er zur Grundausstattung auf jedem Frühstückstisch, als süße Ergänzung zu Croissants, Marmelade und hart gekochtem Ei. Mittlerweile bleibt Orangensaft jedoch immer häufiger in den Regalen der Supermärkte stehen.
Tranken die Deutschen 2012 im Durchschnitt noch acht Liter des einst beliebtesten Fruchtsafts im Jahr, sind es 13 Jahre später mit 3,6 Liter im Jahr weniger als die Hälfte. Auch im vergangenen Jahr ging der O-Saft-Konsum um 14,3 Prozent zurück, wie aktuelle Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) zeigen.
Preis macht Deutsche zu Saftmuffeln
Mittlerweile ist der einstige Lieblingssaft der Deutschen klar hinter Apfelsaft (4,7 Liter pro Jahr und Kopf) zurückgefallen und liegt auf einer Stufe mit Multivitaminsaft. Doch auch andere Säfte schwächeln und werden deutlich seltener getrunken. Insgesamt ging der durchschnittliche Saftkonsum im Jahr 2025 um 6,3 Prozent auf 22,5 Liter im Jahr zurück. Zum Vergleich: 2012 tranken die Deutschen im Schnitt noch knapp 34 Liter im Jahr, beinahe 12 Liter mehr.
„Die insgesamt rückläufige Entwicklung beim Fruchtsaft ist vor allem auf gestiegene Preise zurückzuführen“, erklärt Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie. Gestützt wird diese Aussage durch offizielle Daten des Statistischen Bundesamts: Fruchtsäfte gehören laut Deutschlands obersten Statistikern zu den Lebensmitteln mit der höchsten Teuerungsrate. Vor allem beim Orangensaft zogen die Preise rasant an, im Durchschnitt um 74 Prozent.
Hinzu kommt, dass vor allem jüngere Menschen Saft immer häufiger im Regal stehen lassen – ein Problem, das sich der Orangensaft mit anderen Säften teilt. Auch der Konsum von Apfel- und Multivitaminsaft sowie von Zitrus- und anderen Fruchtnektaren ging zurück.
Cola boomt – aber nur ohne Zucker
Stattdessen griffen die Deutschen im vergangenen Jahr verstärkt zu Cola und Cola-Mischgetränken – allerdings in der Light-Version. Hier stieg der durchschnittliche Konsum im vergangenen Jahr auf 14,7 Liter – das sind 6,8 Prozent mehr als 2024. Zwar ist die traditionelle Cola mit Zucker weiterhin deutlich beliebter, jedoch war hier im vergangenen Jahr ein Rückgang um 3,5 Prozent auf nur noch 34,9 Liter pro Kopf und Jahr zu verzeichnen. Auch Energydrinks wurden 2025 häufiger konsumiert (7,5 statt 7 Liter), genauso wie Kaffee- und Teegetränke (8,4 statt 8,2 Liter).
Einen deutlichen Rückgang bemerkten die Getränkehersteller indes bei Limonaden. Von diesen konsumierten die Deutschen 2025 im Schnitt 24,4 Liter. Zum Vergleich: Ein Jahr vorher waren es mit 26,6 Litern noch über zwei Liter mehr. Auch hier griffen Verbraucher verstärkt zu zuckerreduzierten oder zuckerfreien Light-Produkten.
Nach wie vor das beliebteste Getränk bleibt hingegen mit großem Abstand der Klassiker schlechthin: Wasser. Knapp 130 Liter H2O tranken die Deutschen im Schnitt 2025 – und damit rund 3,5 Liter mehr als im Jahr zuvor.









