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Home » Astronom findet historisches Objekt in Omega Centauri
Digital

Astronom findet historisches Objekt in Omega Centauri

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 1, 2026
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Astronom findet historisches Objekt in Omega Centauri

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Schwarze Löcher verschlingen alles und sind oft unsichtbar. Ein Astronom erzählt im t-online-Gespräch, wie seine Suche nach einem solchen Objekt zu einem historischen Fund führte.

Schwarze Löcher gelten als die extremsten und merkwürdigsten Objekte des Universums. Ihre Anziehungskraft ist so gewaltig, dass ihnen nicht einmal das Licht entkommen kann. Das erste mittelschwere Schwarze Loch in einem Kugelsternhaufen hat der Astronom Maximilian Häberle aufgespürt. Rund 17.000 Lichtjahre von der Erde entfernt wurde er fündig – in dem Kugelsternhaufen Omega Centauri in den Außenbereichen der Milchstraße. Im Gespräch mit t-online erzählt Häberle von Zweifeln, akribischer Detektivarbeit und der Hoffnung, nicht weniger als eines der größten Rätsel der Menschheit zu lösen.

t-online: Herr Häberle, den meisten Leuten fällt es schwer, ihren verlegten Schlüsselbund zu finden. Wie haben Sie und Ihr Team ein unsichtbares Objekt in Zehntausenden Lichtjahren Entfernung aufgespürt?

Maximilian Häberle: Die größte Herausforderung ist tatsächlich, dass Schwarze Löcher meist unsichtbar sind. Manchmal verraten sie sich aber.

Indem sie Gas aus ihrer Umgebung oder von einem nahen Stern anziehen. Dieses Gas wird dabei so heiß, dass es zu leuchten beginnt. In den alten Kugelsternhaufen, die ich untersuche, gibt es jedoch kaum Gas.

Das heißt, die Schwarzen Löcher bleiben unsichtbar?

Nicht ganz. Diese Schwarzen Löcher können wir indirekt mit der sogenannten Astrometrie nachweisen. Damit beobachten wir die Bewegungen der Sterne in Bereichen, in denen wir Schwarze Löcher vermuten. Anhand des Verhaltens dieser Sterne lässt sich der Einfluss eines Schwarzen Lochs und damit das Schwarze Loch selbst erkennen.

Warum ausgerechnet Omega Centauri?

Zum einen gibt es Hinweise darauf, dass Omega Centauri ursprünglich der Kern einer Zwerggalaxie war, die vor Milliarden Jahren von der Milchstraße verschluckt wurde. Und in den Zentren von Galaxien sitzen häufig Schwarze Löcher. Also vermuteten wir, dass auch im Zentrum von Omega Centauri eines existieren könnte.

Omega Centauri

Omega Centauri ist der größte und hellste Kugelsternhaufen der Milchstraße. Er befindet sich im Sternbild Zentaur (lateinisch Centaurus) am Südhimmel. In seinem Verbund drängen sich Millionen von Sternen. Mit einem Durchmesser von etwa 150 Lichtjahren und einem Alter von rund zwölf Milliarden Jahren zählt er zu den ältesten Objekten der Galaxie. Am Nachthimmel ist Omega Centauri sogar mit bloßem Auge als schwacher, verschwommener Lichtfleck erkennbar. Forscher vermuten, dass es sich ursprünglich um den Kern einer kleinen Zwerggalaxie handeln könnte, die einst von der Milchstraße verschluckt wurde.

Der Sternhaufen war über viele Jahre hinweg immer wieder mit dem Hubble-Weltraumteleskop beobachtet worden. Die Idee meiner Doktormutter Nadine Neumayer am Max-Planck-Institut für Astronomie war, diesen dadurch entstandenen außergewöhnlichen Datenschatz zu nutzen.

Sie hatten also nur die Daten und eine Vermutung?

Das ist das Spannende an Forschung: Man beginnt mit einer Idee und weiß nie, wohin sie einen führt.

Das müssen Sie genauer erklären.

Wir fanden sieben sich schnell bewegende Sterne im Zentrum von Omega Centauri. Dass sich ausgerechnet dort gleich mehrere Sterne so schnell bewegen, konnte kein Zufall sein. Die naheliegendste Erklärung dafür ist ein massereiches Schwarzes Loch, dessen Schwerkraft die Sterne auf ihren Bahnen hält.

(Quelle: Maximilian Häberle)

Zur Person

Maximilan Häberle arbeitet an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching bei München. Er hat an der Universität Heidelberg am Max-Planck-Institut für Astronomie promoviert. Während seines Bachelorstudiums verbrachte er Zeit in den ESO-Büros in Chile und am Space Telescope Science Institute in Baltimore, USA. Von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist Häberle für seine Bestätigung der Existenz eines mittelschweren Schwarzen Lochs in Omega Centauri mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet worden. Außerdem bekam er den Dissertationspreis der Internationalen Astronomischen Union und soll im September den Promotionspreis der Astronomischen Gesellschaft erhalten.

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