Der deutsche Luxusautohersteller Porsche AG meldete am Mittwoch einen Anstieg des Betriebsgewinns im ersten Halbjahr um 34 % auf 1,35 Milliarden Euro, trotz geringerer Umsätze und eines zweistelligen Rückgangs bei den Fahrzeugauslieferungen. Laut S&P Global Visible Alpha lag das Ergebnis über der durchschnittlichen Analystenprognose von 1,26 Milliarden Euro.
Porsche, einst die zuverlässigste Gewinnquelle von Volkswagen, wurde besonders stark von der sinkenden chinesischen Nachfrage nach deutschen Luxusautos und den schwächer als erwarteten Verkäufen von Elektrofahrzeugen getroffen.
Der deutsche Sportwagenhersteller führte die Gewinnsteigerung auf ein strengeres Kosten-, Preis- und Produktmixmanagement sowie auf seine Strategie „Wert vor Volumen“ zurück.
Zum höheren Gewinn des Unternehmens trugen jedoch auch deutlich geringere Restrukturierungskosten bei. Porsche verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine Nettobelastung aus der strategischen Neuausrichtung von rund 100 Millionen Euro, verglichen mit rund 800 Millionen Euro im Vorjahr.
Der Umsatz sank um 5,1 % auf 17,23 Milliarden Euro, nach 18,16 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Dennoch stieg die operative Umsatzrendite von 5,5 % auf 7,8 %.
„Das Porsche-Team hat in den letzten sechs Monaten sehr intensiv und mit großer Disziplin an unserer Strategie gearbeitet. Allerdings haben wir noch viel Arbeit vor uns, um Porsche für die herausfordernde Zukunft robust aufzustellen“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Leiters in einer Pressemitteilung.
Höhere Verkäufe der hochwertigen 911-Sportwagen des Unternehmens trugen ebenfalls zur Unterstützung der Jahresprognose und des Gewinns der Marke bei, insbesondere bei den GTS-, Turbo- und GT-Modellen. Allerdings gingen die Verkäufe der Modelle Taycan, Panamera und Macan zurück.
Im ersten Halbjahr beliefen sich die Auslieferungen auf 122.306 Fahrzeuge, ein Rückgang um 16,5 % im Vergleich zum Vorjahr. In China gingen die Auslieferungen um 32 % auf 14.501 Fahrzeuge zurück, da das Unternehmen ein herausforderndes Marktumfeld bezeichnete und sich weiterhin auf wertorientierte Verkäufe konzentrierte.
Dennoch erwartet Porsche für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro. Der Umsatz belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt 36,27 Milliarden Euro. Das Unternehmen erwartet für dieses Jahr eine operative Marge zwischen 5,5 % und 7,5 %.
Die Entscheidung ist von besonderer Bedeutung, da mehrere andere große deutsche Automobilhersteller ihre finanziellen Erwartungen angesichts der sich verschlechternden Bedingungen in China, des Kostendrucks und der schwächeren Verbraucherstimmung gesenkt haben.
Porsche will bis 2035 weitere 5.000 Arbeitsplätze abbauen
Die Porsche AG gab am Montag bekannt, dass sie bis 2035 weitere 5.000 Stellen abbauen wird, um Kosten zu senken und gleichzeitig ihre wichtigsten deutschen Standorte vor betriebsbedingten Entlassungen zu schützen. Diese Entscheidung ist Teil einer Vereinbarung mit Arbeitsbeamten.
Dies kommt zu einem zuvor angekündigten Plan hinzu, bis 2030 3.900 Arbeitsplätze abzubauen, darunter 2.000 Leiharbeiter. Reuters schätzt, dass Porsche insgesamt rund 9.000 Stellen abbauen will.
Die Strategie zum Abbau der 5.000 Stellen sieht nach Angaben des Unternehmens und seines Gesamtbetriebsrats einen Mix aus erweiterten Altersteilzeitplänen, natürlichem Personalabbau und freiwilligen Aufhebungsvereinbarungen vor.
Im Gegenzug wird der Beschäftigungs- und Standortschutz an den Standorten Zuffenhausen und Weissach bis Ende 2035 verlängert, sodass es in diesem Zeitraum nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.
Härtere Konkurrenz durch chinesische Hersteller, US-Zölle und hohe Kosten in Deutschland erhöhen den Druck auf Porsche.
Das Unternehmen sagte, sein langfristiges Strategie- und Restrukturierungsprogramm „Sportwagenschmiede 35“ stehe kurz vor dem Abschluss und werde Porsche stärker auf sein Kerngeschäft mit Sportwagen konzentrieren, gleichzeitig seine Organisation rationalisieren und die Rentabilität und Widerstandsfähigkeit verbessern.
„Mit der Strategie ‚Sportwagenschmiede 35‘ wollen wir die Profitabilität, den Cashflow und die Widerstandsfähigkeit von Porsche in den kommenden Jahren stärken. Wir richten unser Unternehmen klar auf unser Kerngeschäft aus. Wir konzentrieren uns auf unsere Marke, unsere Kunden und unsere Produkte“, sagte Leiters.
Porsche wird die Strategie auf seinem Kapitalmarkttag am 7. Oktober 2026 im Detail vorstellen.











