Gegen ständiges Aufstoßen
Diese Methode wirkt besser als die Standardtherapie
23.07.2026 – 17:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Häufiges Aufstoßen von Luft aus der Speiseröhre kann sehr belastend sein. Eine Studie weckt nun Hoffnung auf eine wirksamere Behandlung: Singen.
Wenn jemand ständig aufstoßen muss und nicht der Magen, sondern die Speiseröhre der Ursprungsort der Luft ist, besteht die Behandlung bislang üblicherweise aus Atemübungen. In einer Studie mit 72 Betroffenen hat sich jedoch eine Gesangstherapie als wirksamer erwiesen: Danach konnte das Singen nicht nur die Beschwerden stärker lindern, sondern auch die Lebensqualität deutlicher verbessern.
Wie entsteht die Aufstoßstörung?
Beim supragastrischen Aufstoßen gelangt Luft wiederholt in die Speiseröhre und sofort wieder hinaus, ohne den Magen zu erreichen. Die Folge ist häufiges Rülpsen, in schweren Fällen mehrere Hundert bis Tausend Mal am Tag. Die genauen Ursachen hierfür sind bislang unklar.
Oft setzt das supragastrische Aufstoßen bei Magen-Darm-Symptomen wie etwa einem starken Völlegefühl ein. Womöglich versuchen die Betroffenen, diesen Beschwerden durch bestimmte Bewegungen des Zwerchfells entgegenzuwirken, die sich mit der Zeit verselbstständigen und so zu scheinbar unkontrolliertem Aufstoßen führen.
Alternative zur Standardtherapie gesucht
Daher kann eine Verhaltenstherapie mit Übungen zur Zwerchfellatmung die Symptome häufig deutlich verbessern. Manche Betroffene empfinden die bislang als Standardbehandlung geltenden Atemübungen aber als eintönig. Ein Forschungsteam in China wollte daher untersuchen, ob eine strukturierte Gesangstherapie als potenziell ansprechendere Behandlungsalternative infrage kommt.
Dazu teilte das Forschungsteam die 72 teilnehmenden Erwachsenen nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen auf: Die eine erhielt eine strukturierte Gesangstherapie, die andere eine Zwerchfellatemtherapie. Somit war diese Untersuchung die erste hochwertige Studie zur Bewertung der Gesangstherapie bei supragastrischem Aufstoßen.
Gesang schlägt Atemübungen
Der Vergleich der beiden Gruppen im Anschluss an die Behandlung ergab: Nach einer Woche waren die Beschwerden in der Gesangsgruppe bei 72,2 Prozent ihrer Mitglieder mindestens halbiert, in der Atemgruppe hingegen nur bei 38,9 Prozent. Einen Monat nach der Behandlung bestand immer noch ein klarer Unterschied: 50 Prozent der Gesangsgruppe, aber bloß 30,6 Prozent der Atemgruppe profitierten weiterhin deutlich.
Zudem verzeichneten die Mitglieder der Gesangsgruppe eine stärkere Verbesserung ihrer Lebensqualität und beschrieben die Gesangstherapie eher als angenehm und unterhaltsam. Das Forschungsteam erklärt den Erfolg der Gesangstherapie damit, dass Singen die Atmung gezielt trainiert und gleichzeitig motivierender ist als reine Atemübungen. Die Auswertung deutet darauf hin, dass sich das Singen gerade bei älteren Betroffenen sowie bei Menschen mit stärker ausgeprägten Beschwerden besonders positiv auswirken könnte.
Manche Fragen bleiben offen
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, ist ihre Aussagekraft begrenzt, da die Studie bereits einen Monat nach Abschluss der Behandlung endete. Zudem stammten die teilnehmenden Personen aus einer einzigen Bevölkerungsgruppe. Und schließlich bestand das bei Verhaltenstherapien typische Problem, dass alle Beteiligten wussten, wer welche Behandlung erhielt. Ob die beobachteten positiven Effekte der Gesangstherapie dauerhaft anhalten und sich auf alle Menschen übertragen lassen, müssen daher größere und langfristigere Untersuchungen zeigen.











