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Home » Warum Mercedes und BMW jetzt handeln müssen
Wirtschaft

Warum Mercedes und BMW jetzt handeln müssen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 21, 2026
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Warum Mercedes und BMW jetzt handeln müssen

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Vor fünf Jahren waren die Probleme der deutschen Autohersteller: Elektro, China, Hausgemachtes. Heute sind es Elektro, China, Hausgemachtes. Wohin soll das führen?

Die Halbjahreszahlen der deutschen Autobauer zeigen das Dilemma: Volkswagen, BMW und Mercedes lieferten zwischen vier und sechs Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahr. Vor allem der schwache Absatz in China wiegt schwer. Und so stehen unbequeme Entscheidungen an.

Volkswagen, die Industrie-Ikone schlechthin, steht dabei exemplarisch für die gesamte Autobranche: Es ist noch keine zehn Jahre her, da konnten sich die Wolfsburger mit Toyota als weltgrößtem Autohersteller messen. Milliardengewinne, hohe Dividenden, hohe Werkauslastung – es lief bei VW. Doch 2017/18 begann ein schleichender Prozess, der inzwischen Ausmaße erreicht hat, die man sich damals kaum vorstellen konnte – Stellenstreichungen und Werkschließungen nicht mehr ausgeschlossen. Aktionäre hatten entsprechend wenig Freude.

Antje Erhard
(Quelle: Rüdiger Jürgensen)

Zur Person

Antje Erhard arbeitet seit rund 20 Jahren als Journalistin und TV-Moderatorin. Ihr Weg führte sie von der Nachrichtenagentur dpa-AFX u. a. zum ZDF. Derzeit arbeitet sie für die ARD-Finanzredaktion in Frankfurt und berichtet täglich, was in der Welt der Börse und Wirtschaft passiert.

Sprach der Volkswagen-Konzern Ende 2024 noch von 50.000 Stellenstreichungen, ist heute klar: Das reicht nicht. Und so überschlagen sich die Zahlen. Von bis zu 100.000 Streichungen insgesamt be richtete das „Manager-Magazin“ kürzlich, von 120.000 die „Bild“-Zeitung. Intern soll CEO Oliver Blume die weiteren 50.000 Streichungen in den Raum gestellt haben. Eine Aufsichtsratssitzung von Volkswagen brachte dieser Tage noch keine Ergebnisse. Denn so notwendig diese Kürzungen sein mögen: Zwei große Lager sind Berichten zufolge dagegen.

VW zwischen vielen Interessengruppen

Das sind naturgemäß die Arbeitnehmer, mit großen Playern wie der IG Metall im Rücken. Und es ist die Politik. Als Anteilseigner von VW will kein Politiker in Niedersachsen mittragen, dass in seinem Bundesland Stellen abgebaut werden. Und so sehen wir eine Hängepartie, die man nicht lange durchziehen kann. Denn die Kosten sind bei VW noch höher als bei der Konkurrenz. Zum teuren Standort kommt ein Haustarif, der überdurchschnittliche Löhne und Gehälter garantiert.

Doch damit nicht genug: Werkschließungen, etwas, das in der Geschichte von Volkswagen praktisch undenkbar war, werden zum Thema. Standorte wie Zwickau, Hannover, Emden oder Neckarsulm stehen zur Disposition. Zwar gibt es bis 2030 Standortsicherungen. Aber was ist danach? Vorstandschef Oliver Blume sagte kürzlich, dass es „intelligentere Lösungen“ gäbe. Welche das sein sollen, ließ er offen.

Was tun mit den vielen Werken?

Für Osnabrück gibt es Überlegungen, militärische Fahrzeuge zu fertigen. In der Tat hat die schnell wachsende Verteidigungsbranche Bedarf, Kapazitäten auf- und auszubauen. Rheinmetall hat jedoch für Osnabrück schon abgesagt. Die israelische Rüstungsfirma Rafael würde Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome dort bauen wollen. Aber das ruft einen Großaktionär von Volkswagen, den Staatsfonds von Katar, auf den Plan. Er ist dagegen. Nach Angaben von VW sollen am Standort keine Waffen produziert werden. Der Konzern steckt damit zwischen wirtschaftlichen Zwängen und politischen Interessen. Und bewegt sich entsprechend wenig.

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