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Home » Berlin: Lehren aus dem Blackout
Deutschland

Berlin: Lehren aus dem Blackout

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 6, 2026
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Berlin: Lehren aus dem Blackout

Nach Stromausfall

Experten einig: Das sind die Schwachstellen Berlins

06.07.2026 – 20:01 UhrLesedauer: 3 Min.

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Polizeiabsperrung (Archivbild): Anfang Januar waren Tausende Haushalte im Berliner Südwesten von einem Stromausfall betroffen. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

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Ein Anschlag auf das Stromnetz legte Berlin tagelang lahm. Jetzt liegt ein Expertenbericht vor – mit klaren Forderungen an Politik und Behörden.

Eine unabhängige Expertenkommission hat Berlin sechs Monate nach dem Stromausfall vom Januar 2026 ein mangelhaftes Zeugnis beim Katastrophenschutz ausgestellt. Die Kommission stellte ihren rund 50-seitigen Bericht im Roten Rathaus vor und listet darin eine Reihe von Schwachstellen auf, die der mehrtägige Blackout offengelegt hat. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Zu den festgestellten Mängeln zählen unzureichende Kommunikation mit der Bevölkerung, Lücken bei der Notstromversorgung und der Zusammenbruch des Mobilfunknetzes in den betroffenen Stadtteilen. „Der Terroranschlag auf das Stromnetz im Januar 2026 war ein Weckruf für Berlin und andere Städte“, schreibt die Kommission in ihrem Bericht.

Vom 3. bis 7. Januar waren rund 100.000 Menschen betroffen. Auslöser war ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Es war der größte Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Menschen mussten mitten im Winter ohne Strom, Heizung und funktionierendes Mobiltelefon auskommen.

Es braucht mehr regelmäßige Übungen

Kommissionsmitglied und Ex-Brigadegeneral Uwe Nerger warnte, künftig werde es vermehrt von Menschen gesteuerte Katastrophen geben. „Dieser Stromausfall führte Berlin hart an die Belastungsgrenze“, sagte er. Das Risiko nehme in mehrfacher Hinsicht zu. Charité-Vorstandsvorsitzender Heyo Kroemer verwies zudem auf weitere Bedrohungsszenarien: Cyberangriffe, Sabotage und Klimagroßschadensfälle durch extreme Hitze oder Kälte.

Die vierköpfige Kommission empfiehlt, ein zentrales Lage- und Krisenzentrum aufzubauen, das alle Krisenstäbe im Land und auf Bundesebene verbindet. Außerdem solle bei der Senatskanzlei auf Staatssekretärsebene ein sogenannter Chief Resilience Officer eingesetzt werden, der die Krisenvorsorge koordiniert. Kommissionsmitglied Albrecht Broemme, ehemaliger Berliner Landesbrandmeister, mahnte deutlich mehr regelmäßige Übungen an, in die auch die Bevölkerung einbezogen werden müsse. „Es reicht nicht, dass Feuerwehr und Polizei funktionieren“, sagte er. Als Zieldatum nannte die Kommission das Jahr 2029: Bis dahin müssten alle in einem Berliner Krisenfall betroffenen Akteure in der Lage sein, ihre Kernfunktionen über zehn Tage aufrechtzuerhalten.

Auf die Dringlichkeit wies die frühere Bahn-Managerin und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta, hin: „Es wäre gut, wenn wir morgen anfangen mit der Umsetzung.“

Wegner: „Das kostet Geld“

Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) räumte ein, Berlin müsse sich noch professioneller aufstellen. „Das kostet Geld. Wir werden in den nächsten Jahren im Haushalt umsteuern müssen“, sagte er. Als Bundeshauptstadt mit Bundestag, Bundesrat und Kanzleramt trage Berlin eine besondere Bedrohungslage. Wegner forderte, der Bund müsse beim Schutz entsprechender Infrastruktur künftig noch mehr finanzielle Verantwortung übernehmen.

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