„Say-Do-Gap“ auf Reisen
Werden die Deutschen im Urlaub zu Schmutzfinken?
04.07.2026 – 06:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Zu Hause Müll trennen, Wasser sparen und bewusst einkaufen – für viele Menschen gehört das längst zum Alltag. Im Urlaub sieht das jedoch oft anders aus.
Viele Deutsche achten nach eigener Einschätzung im Alltag auf Nachhaltigkeit. Kaum beginnt jedoch der Urlaub, ändern sich die Gewohnheiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie des Reiseportals Holidaycheck unter 1.001 Menschen zwischen 16 und 69 Jahren. Sie zeigt nicht nur, wie stark sich das Verhalten verändert, sondern auch, warum viele Reisende ihre guten Vorsätze am Urlaubsort über Bord werfen.
Laut der Untersuchung bezeichnen sich 69 Prozent der Befragten im Alltag als nachhaltig Handelnde. Im Urlaub sagen das nur noch 56 Prozent. Rund jeder Dritte gibt sogar offen an, auf Reisen weniger umweltbewusst zu handeln als zu Hause. Dieses Phänomen beschreiben die Studienautoren als „Say-Do-Gap“ – also die Lücke zwischen dem, was Menschen erklärtermaßen für wichtig halten, und dem, wie sie sich tatsächlich verhalten.
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Handtücher werden öfter gewechselt
Besonders deutlich wird der Unterschied bei alltäglichen Gewohnheiten. Zu Hause vermeiden viele Lebensmittelverschwendung, trennen ihren Müll oder sparen Wasser. Im Urlaub verlieren diese Vorsätze häufig an Bedeutung. Man lässt das Hotelpersonal häufiger die Handtücher im Badezimmer wechseln, holt sich für den Pool täglich ein frisches trockenes. Beim Buffet bleibt mehr Essen auf dem Teller liegen, und beim Einkaufen entscheiden viele spontan, statt auf Verpackung oder Herkunft der Produkte zu achten.
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Die Befragten nennen dafür mehrere Gründe. Am häufigsten bemängeln sie eine fehlende Infrastruktur am Urlaubsort. Oft gebe es beispielsweise keine Recyclingcontainer oder keine klaren Möglichkeiten zur Mülltrennung. Gleichzeitig spielt auch die eigene Einstellung eine Rolle. Viele möchten sich im Urlaub etwas gönnen oder möglichst wenig Aufwand betreiben. Drei von zehn Befragten sagen sogar, dass sie sich während der Reise bewusst nicht mit Nachhaltigkeit beschäftigen möchten.
Ganz ohne schlechtes Gewissen bleibt dieses Verhalten allerdings nicht. Mehr als die Hälfte derjenigen, die zugeben, im Urlaub weniger nachhaltig zu handeln, gibt an, deshalb zumindest manchmal ein schlechtes Gewissen zu haben.
Auffällig sind außerdem die Unterschiede zwischen den Generationen. Unter den Angehörigen der Generation Z – also den 16- bis 31-Jährigen – geben 39 Prozent an, im Urlaub weniger nachhaltig zu handeln. Damit liegt ihr Anteil deutlich über dem Durchschnitt aller Befragten, der bei 31 Prozent liegt.











