Ein weiteres mögliches Hautsymptom sind mehrere rot-bläuliche, knotenförmige Schwellungen an Ohrläppchen, Brustwarze sowie im Intimbereich. Ein einzelnes derartiges Knötchen kann auch schon kurz nach dem Stich auftreten.
Eine Borreliose kann auch die Gelenke betreffen. Bereits in den ersten Wochen nach der Infektion können Gelenkschmerzen auftreten. Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich kann sich eine Gelenkentzündung entwickeln. Typischerweise schwillt dabei ein einzelnes großes Gelenk an, meist das Knie.
Das ist ein Anzeichen für eine sogenannte Lyme-Arthritis, also eine durch Lyme-Borreliose verursachte Gelenkentzündung. Diese lässt oft nach einigen Wochen nach, kann aber immer wieder neu aufflammen. In den USA kommt die Lyme-Arthritis deutlich häufiger vor als in Europa, weil die auf Gelenke spezialisierte Borrelien-Art dort verbreiteter ist.
Nur selten befällt eine Borreliose das Herz. Fachleute sprechen dann von einer Lyme-Karditis. Betroffen sein können unter anderem der Herzmuskel oder das Reizleitungssystem des Herzens. Der Fachbegriff dafür lautet Lyme-Karditis. Mögliche Anzeichen dafür sind Fieber, Abgeschlagenheit, Herzrhythmusstörungen und Schmerzen in der Brust.
Borreliose (Lyme-Borreliose): Symptome beim Kind
Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Borreliose grundsätzlich die gleichen Symptome hervorrufen wie bei Erwachsenen. Auch bei Kindern markiert die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung um den Zeckenstich, meist den Beginn der Erkrankung. Schreitet diese fort, können sich mehrere solcher Flecken am gesamten Körper entwickeln, die sich – wie die erste Wanderröte – ausdehnen.
Anders als bei Erwachsenen treten die roten Flecken bei Kindern oft auch im Gesicht in Erscheinung, und zwar symmetrisch auf beiden Wangen – ähnlich wie der typische Hautausschlag bei Ringelröteln. Bei einigen Betroffenen geht der Hautausschlag mit Juckreiz und Schmerzen einher, bei manchen auch mit anderen Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, vergrößerten Lymphknoten, Fieber, Übelkeit und Gelenkschmerzen.
Außerdem gibt es bestimmte Borreliose-Symptome, die bei Kindern und Jugendlichen öfter beobachtet werden als bei Erwachsenen. Dazu zählen vor allem:
- blaurote, feste Hautknötchen (Lymphozytome) an den Ohrläppchen, im Gesicht, an den Brustwarzen, am Nacken, auf den Füßen, in den Achselhöhlen oder im Intimbereich
- (meist einseitige) Gesichtsnervenlähmung
- Hirnhautentzündung
- im Spätstadium: Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis).
Eine Gesichtsnervenlähmung und/oder eine Hirnhautentzündung sind bei Kindern die häufigsten Anzeichen für eine Neuroborreliose, also dafür, dass die Erreger das Nervensystem angreifen. Dies geschieht oft erst einige Wochen nach dem Zeckenstich.
Die Gesichtsnervenlähmung kann sich etwa dadurch äußern, dass ein Mundwinkel herabhängt oder das Kind ein Auge nicht schließen kann. Eine Hirnhautentzündung kann verschiedenste Beschwerden verursachen. Typische Symptome sind Fieber, starke Kopfschmerzen, ein steifer Nacken und grippeartige Beschwerden.










