Während sich Griechenland auf eine weitere außergewöhnlich schwierige Waldbrandsaison vorbereitet, wird von oben eine neue Verteidigungslinie eingesetzt.
Eine speziell entwickelte Flotte von Satelliten, von denen jeder ungefähr die Größe eines kleinen Ofens hat, wird nach den ersten Anzeichen von Feuer Ausschau halten und so ein bahnbrechendes System schaffen, das Leben retten, Gemeinschaften schützen und Europas Streben nach technologischer Autonomie stärken könnte.
Vier OroraTech-Satelliten, jeder kleiner als eine Handgepäcktasche, wurden im Mai in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht. Griechenland war damit das erste Land der Welt, das eine Satellitenkonstellation speziell für die Brandbekämpfung einsetzte.
Sofortige Echtzeit-Updates vor Ort, unterstützt durch künstliche Intelligenz
Die Satelliten verfügen über Wärmesensoren, die neue Feuerausbrüche mit einem Durchmesser von nur vier Metern erkennen können. Damit übertreffen sie die Fähigkeiten herkömmlicher Satelliten, die nur Brände von der Größe eines Kreuzfahrtschiffes erkennen können.
„Wir scannen einen Bereich, verwenden diese Bilder und senden sie an unsere Modelle mit künstlicher Intelligenz. Sie analysieren sie mit Präzision bis hin zu Gitterzellen von 4 x 4 Metern. Basierend auf dieser Analyse und den von den KI-Modellen gespeicherten Daten können sie dann feststellen, ob es sich um einen Brand handelt oder nicht. Anschließend nehmen wir diese Informationen auf und leiten sie an die Feuerwehr oder eine andere mit dem System verbundene Behörde weiter“, erklärt Ioannis Landouris, CEO von OroraTech.
Wenn ein Feuer ausbricht, erhalten die Einsatzleiter sofort eine Benachrichtigung mit bereits berechneter Lage, Größe und Intensität des Feuers. Wenn mehrere Brände gleichzeitig brennen, sind Echtzeitdaten von entscheidender Bedeutung für Entscheidungen über die Reaktion und den Einsatz von Ressourcen.
„Die Plattform führt alle Daten zusammen und präsentiert sie Ihnen, während Sie beispielsweise versuchen, ein Feuer zu löschen. Wenn Sie also mit Ihrem Tablet im Feld sind, können Sie Folgendes sehen: ‚Wenn ich meine Teams hier und hier einsetze, ist das Risiko höher, dass sich das Feuer in diese Richtung bewegt.‘ Gleichzeitig können Sie Simulationen durchführen und vorhersagen, wie sich das Feuer voraussichtlich entwickeln und ausbreiten wird“, betont Ioannis Landouris.
Papastergiou: „Unterstützung in kritischen Phasen“
„Diese Satelliten werden uns in kritischen Zeiten helfen, wie zum Beispiel im Sommer in Griechenland, wenn wir leider oft mit großen Waldbränden konfrontiert sind. Ein Feuer in einer städtischen Umgebung wird von den Bewohnern leicht bemerkt; sie sehen den Rauch und alarmieren die Behörden. Ein Feuer in einem Nationalpark oder einem abgelegenen Gebiet kann jedoch von einem solchen Satelliten viel schneller erkannt werden, der dank seiner Wärmekameras diese Brennpunkte erkennen kann“, sagt der griechische Minister für digitale Governance, Dimitris Papastergiou.
Lebensrettende Unterstützung für Feuerwehrleute
Die Wärmesensoren erkennen auch Sonnenkollektoren, überhitzte Fabrikdächer und von der Sonne erwärmte Felsoberflächen. Allerdings wurden Modelle der künstlichen Intelligenz entwickelt, um diese falschen Signale herauszufiltern, bevor die Alarme die Rettungsdienste erreichen.
„Mit den vier Nanosatelliten OroraTech, die im Mai gestartet wurden, werden wir stündlich über solche Informationen verfügen. Es wird keine Lücken in der Abdeckung geben. Das ist nicht nur für die Früherkennung wichtig, sondern auch für die Modelle, die vorhersagen, wie sich ein Waldbrand ausbreiten wird. So wissen wir stündlich, wie sich das Feuer entwickelt und bewegt“, betont Feuerwehrkommandant Zisoula Dasiou.
Die Gesamtkosten des Netzwerks belaufen sich auf 200 Millionen Euro und werden von der Europäischen Union finanziert. Sinkende Einführungs- und Herstellungskosten haben diese Erweiterung ermöglicht. Das griechische Programm wird voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.










