Besitzer drängen auf Lösung
Bucht auf Mallorca: Besucherlimit soll kommen
29.06.2026 – 16:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine malerische Bucht wird von Touristen überrannt. Es soll bereits deutliche Schäden geben.
Die Bucht Caló des Moro im Südosten Mallorcas zählt zu den bekanntesten Fotomotiven der Balearen. Vor allem für Instagram-Fans und Influencer ist sie seit Jahren ein Publikumsmagnet. Das hat drastische Folgen für die Natur, wie jetzt die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Die Eigentümer des angrenzenden Grundstückes, über das sich täglich ein Menschenstrom in Richtung Bucht bewegt, wollen nun eine Beschränkung der Besucherzahl erwirken, heißt es.
Der Zeitung zufolge drängen sich in der Hochsaison täglich bis zu 5.000 Menschen auf dem gerade einmal 70 Meter langen Sandstrand. Über die gesamte Saison hinweg zähle die Caló des Moro fast eine Million Besucher. Im Sommer warten Urlauber mitunter bis zu zwei Stunden, um das begehrte Urlaubsfoto aufnehmen und in den sozialen Medien veröffentlichen zu können, so die Zeitung.
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Der Andrang hinterlasse inzwischen deutliche Spuren. Viele Besucher steigen über die Felskante in die schwer zugängliche Bucht hinab und nutzen dabei Löcher und Höhlen im Fels, die nach Angaben der Eigentümer, der deutschen Familie Oehm, inzwischen einsturzgefährdet sind. Auch Müll, Trampelpfade und Schäden an der Vegetation und auf ihrem Grundstück seien unübersehbar. Deshalb habe man bei den spanischen Behörden die Genehmigung beantragt, Schutzzäune zu errichten und den Zugang neu zu regeln.
Eine vollständige Sperrung sei nicht anvisiert und wäre rechtlich auch kaum möglich. Die Küste gehört in Spanien zum öffentlichen Raum und muss frei zugänglich bleiben. Stattdessen soll das Privatgrundstück eingezäunt werden. Besucher müssten dann einen offiziellen, deutlich anspruchsvolleren Zugangsweg nutzen, so die „Mallorca Zeitung“. „Es geht nicht um die Familie Oehm, sondern um ein kleines Stück Mallorca, das erhaltenswert ist und erhalten werden muss“, sagte der Anwalt der Familie der Zeitung. Einwohner der Gemeinde Santanyí sollen das Grundstück weiterhin uneingeschränkt passieren dürfen.
Ob die Pläne umgesetzt werden können, entscheiden nun die Behörden. Das Verfahren gilt jedoch als kompliziert, weil sich Gemeinde, Inselrat und Zentralregierung die Zuständigkeiten teilen. Frühere Maßnahmen der Gemeinde Santanyí – darunter der Bau eines großen Parkplatzes – hatten den Besucheransturm nach Einschätzung vieler Beobachter eher verstärkt als eingedämmt.










