Dramatische Schlussphase
Später Jubel: Brasilien zittert sich ins WM-Achtelfinale
Aktualisiert am 29.06.2026 – 21:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Brasilien und Japan liefern sich ein packendes Duell. Trotz des Treffers eines japanischen Bundesliga-Profis hat der Rekordweltmeister das bessere Ende für sich.
Im zweiten Sechzehntelfinale der WM 2026 hat sich Brasilien mit 2:1 (0:1) gegen Japan durchgesetzt. Der Mainzer Kaishū Sano brachte Japan zunächst in Führung (29. Minute), nach dem Seitenwechsel meldete sich der Rekordweltmeister dann aber zurück. Casemiro erzielte zunächst den Ausgleich (56.), Gabriel Martinelli schoss die Südamerikaner spät zum Sieg (90.+5).
Japan verpasst damit erstmals seit 2014 wieder ein WM-Achtelfinale. Die Brasilianer hingegen setzen einen beeindruckenden Lauf fort: Seit 1986 gibt es bei Weltmeisterschaften durchgehend das Achtelfinale, die „Seleção“ hat sich immer dafür qualifiziert. Im diesjährigen Achtelfinale wartet der Gewinner aus dem Duell der Elfenbeinküste und Norwegen.
So lief das Spiel
Gegen Brasilien ordnete der japanische Trainer Hajime Moriyasu, der sich an der Seitenlinie wie gewohnt Notizen machte, zunächst Zurückhaltung an. Brasilien war in der Anfangsphase – zunächst wieder ohne den auf der Bank sitzenden Neymar – die deutlich aktivere Mannschaft und hatte durch den früheren Bundesliga-Profi Matheus Cunha und Bruno Guimarães erste halbwegs aussichtsreiche Torgelegenheiten (beide 14.). Wie der Favorit spielte Brasilien aber nicht.
Entsprechend unzufrieden wirkte Ancelotti an der Seitenlinie – und es sollte noch schlimmer kommen. In einer Phase, als auf dem Rasen praktisch gar nichts passierte, leistete sich Danilo einen folgenschweren Fehlpass im Mittelfeld. Sano fing den Ball ab, dribbelte mit Tempo Richtung Strafraum und traf überlegt von der Strafraumgrenze ins untere Toreck. Plötzlich waren im Stadion nur noch die japanischen Fans zu hören.

Es folgten mehrere Minuten mit allerdings zu halbherzigen Versuchen der Brasilianer, wieder ins Spiel zurückzufinden. Entweder blockte bei den Abschlüssen im Strafraum ein japanischer Spieler den Ball oder die Versuche aus der Distanz waren so schwach, dass Torwart Zion Suzuki problemlos zupacken konnte. Und Japan lauerte jetzt umso mehr auf Konter, kurz vor dem Halbzeitpfiff übernahmen die „Samurai Blue“ sogar zwischenzeitlich die Spielkontrolle.
Japan zu unterschätzen, wäre „völlig falsch“, hatte Brasiliens Kapitän Marquinhos vor der Partie noch gewarnt. Jetzt blieben der Seleção nur 45 Minuten, um das Aus zu verhindern – und sie versuchte es vehement. Bruno Guimarães scheiterte per Kopf an Keeper Suzuki (52.), nur wenige Sekunden später rettete der Torwart erneut in höchster Not (53.). Casemiro belohnte die Angriffsbemühungen dann mit seinem Treffer per Kopf. Vinícius Júnior traf wenig später nur den Pfosten (58.).
An den neuen Kräfteverhältnissen nach der Pause änderte sich auch im Anschluss wenig. Brasilien strahlte vor 68.777 Zuschauerinnen und Zuschauern mehr Torgefahr aus, Japan gelang nur noch selten Entlastung. Als sich alle in der Arena auf eine Verlängerung einstellten, traf Martinelli praktisch in letzter Minute.










