Aktivrente zeigt Wirkung
Rentner nutzen Recht auf steuerfreie 2.000 Euro
19.06.2026 – 14:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Aktivrente gibt es seit Anfang des Jahres. Sie ermöglicht es Rentnern, steuerfrei hinzuzuverdienen. Eine erste Auswertung zeigt, dass sie auch genutzt wird.
Seit dem 1. Januar 2026 dürfen Rentnerinnen und Rentner, die trotz Erreichen der Regelaltersgrenze noch einer Arbeit nachgehen, bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei mit nach Hause nehmen. Die sogenannte Aktivrente hat die schwarz-rote Koalition Ende 2025 beschlossen. Ziel der Aktivrente ist es, mehr qualifizierte ältere Beschäftigte länger im Job zu halten und so dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Und tatsächlich: Die Aktivrente wird angenommen. Das zeigen zumindest erste Daten des IT-Dienstleisters Datev, die am Freitag veröffentlicht wurden. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) über die Ergebnisse berichtet.
Viele Unternehmen greifen auf Rentner zurück
Zwischen 2024 und Anfang 2026 war die Zahl der beschäftigten Rentner noch stark eingebrochen. In der Wirtschaftskrise bauen die Unternehmen tendenziell Personal ab, vor allem geringfügig Beschäftigte wie Studierende oder Altersrentner.
Mit der Verabschiedung der Aktivrente zeigt sich jedoch eine klare Umkehr: Die Zahl der beschäftigten Rentner steigt jeden Monat kontinuierlich an. Datev schreibt, dass die „Aktivrente spürbare Beschäftigungseffekte hat, die je nach Unternehmensgröße unterschiedlich ausfallen.“ So sinkt die Zahl der Rentner und Rentnerinnen in Kleinstunternehmen, während die mittleren und kleinen Unternehmen wieder auf diese Gruppe zugreifen.
Zur „FAZ“ sagte Timm Bönke, Chefvolkswirt von Datev: „Weil Altersrentner im Durchschnitt rund zwanzig Wochenstunden arbeiten, reden wir wahrscheinlich von rund 9.000 zusätzlich erwerbstätigen Altersrentnern.“
Effekt der Aktivrente war umstritten
Die Aktivrente wird Datev zufolge in allen Branchen genutzt, besonders steil steigen die Zahlen in der Energie-, Versorgungs- und Entsorgungswirtschaft, im Baugewerbe, im Handel und im verarbeitenden Gewerbe an. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich dieser Effekt in den nächsten Monaten fortsetzen wird.

Vor der Einführung der Aktivrente wurde teils heftig darüber gestritten, ob sie etwas bringen würde. Gegner der Aktivrente hatten betont, dass besonders in den Branchen mit Arbeitskräftemangel körperliche oder mentale Belastungen so hoch sind, dass nur wenige Menschen länger als bis zum Renteneintritt arbeiten können oder wollen. Zudem war nicht klar, wie viele Arbeitgeber tatsächlich Menschen im Rentenalter beschäftigen und damit potenziell mehr Krankheitstage in Kauf nehmen würden.
Diese Zahlen liefern einen ersten Hinweis darauf, dass viele Arbeitgeber tatsächlich auf die Aktivrentner zurückgreifen – und weniger etwa auf die Frührentner, die nebenbei noch etwas dazuverdienen. Die Beschäftigtenzahl in dieser Gruppe ist im Vergleich zu den Aktivrentnern stark rückläufig.











