EU verschärft Sicherheitsregeln
Neue Pflicht für Wohnmobile ab Juli
16.06.2026 – 14:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Ab Juli gelten für Wohnmobile strengere EU-Sicherheitsregeln. Während Käufer mehr zahlen müssen, droht Bastlern das plötzliche Zulassungs-Aus.
Die Europäische Union verschärft die Sicherheitsregeln für Reisemobile. Ab Juli 2026 müssen neu zugelassene Wohnmobile elektronische Helfer an Bord haben. Welche Systeme einziehen, richtet sich nach dem Gewicht des Fahrzeugs.
Die neuen Vorgaben der EU-Fahrzeugsicherheitsverordnung (GSR II) treffen Reisemobile gestaffelt nach ihrer Masse, wie das Fachmagazin „Promobil“ berichtet. Für neue Pkw gilt die Pflicht bereits seit Juli 2024. Bei Wohnmobilen greift sie in zwei Stufen: Für komplett neu entwickelte Prototypen gilt die Regelung seit Sommer 2024 – ab Juli 2026 erfasst sie alle Neuzulassungen.
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Bis 3,5 Tonnen: Acht Systeme greifen ein
In leichten Wohnmobilen bis 3,5 Tonnen – dazu zählen Kastenwagen sowie teil- und vollintegrierte Modelle – werden künftig acht Assistenzsysteme Pflicht. Ein Notbremsassistent stoppt das Fahrzeug bei einer drohenden Kollision selbstständig. Der Spurhalteassistent warnt den Fahrer oder lenkt automatisch gegen, wenn das Reisemobil die Fahrbahn verlässt.
Zusätzlich warnt ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent optisch und akustisch bei Überschreitungen, während ein Müdigkeitswarner vor Sekundenschlaf schützt. Ein erweiterter Ablenkungswarner, eine standardisierte Schnittstelle für alkoholbasierte Wegfahrsperren, ein Reifendruckkontrollsystem und ein Rückfahrassistent machen die acht Assistenten komplett.
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Über 3,5 Tonnen: Helfer für schwere Fahrzeuge
Bei schweren Reisemobilen über 3,5 Tonnen gelten abweichende Anforderungen. Aufgrund der schlechteren Sichtverhältnisse müssen diese Fahrzeuge zwingend mit einem Totwinkel-Informationssystem (BSIS) und einem Anfahr-Informationssystem (MOIS) ausgestattet sein. Diese Techniken warnen aktiv, wenn sich beim Abbiegen oder Anfahren Fußgänger oder Radfahrer im Gefahrenbereich neben oder vor dem Fahrzeug befinden. Sie ergänzen die wie den Geschwindigkeitsassistenten und die Rückfahrkamera.
Neues Gesetz zwingt zu teurem Umbau

Die Vorgaben bedeuten einen großen Aufwand für die Hersteller. Da Kameras und Sensoren an der Windschutzscheibe oder am Kühlergrill sitzen, müssen Techniker die Systeme bei vollintegrierten Modellen mit eigener Front aufwendig neu kalibrieren. Kastenwagen-Hersteller haben es einfacher, da sie die Technik direkt vom Basisfahrzeug übernehmen.
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