Armut in Deutschland wächst
Wohlfahrtsverband warnt Regierung: „Das vertieft die Krise“
02.06.2026 – 06:00 UhrLesedauer: 3 Min.

16,1 Prozent der Menschen in Deutschland gelten als arm – Tendenz steigend. Ein Wohlfahrtsverband warnt die Bundesregierung vor Kürzungen im Sozialsystem.
Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. (Der Paritätische) warnt angesichts steigender Armutszahlen die Bundesregierung vor Kürzungen bei den Sozialleistungen. „Wer in der Krise den Sozialstaat weiter abbaut, der vertieft die Krise“, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock anlässlich der Veröffentlichung des Armutsberichts seines Verbands. In dem am Dienstag publizierten Bericht, der die aktuellen Armutszahlen untersucht und vergleicht, heißt es, dass die soziale Spaltung in Deutschland zunehme.
In Deutschland galten im Jahr 2025 16,1 Prozent der Bürger als arm, ein Zuwachs von 0,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind laut Bericht vor allem Erwachsene, die allein oder nur mit Kindern zusammen in einem Haushalt leben – in diesen Gruppen ist fast jeder Dritte von Armut betroffen. Unter den Menschen im Rentenalter ist fast jeder Fünfte armutsbetroffen.
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Auch Familien mit drei oder mehr Kindern sind überdurchschnittlich häufig arm. Die Einkommenssituation verschärfe sich „vor allem in Haushalten, in denen die Zahl der Kinder die der potenziell erwerbstätigen Erwachsenen übersteigt“, heißt es in dem Bericht. „Dass ältere Menschen nach einem langen Erwerbsleben und Haushalte mit Kindern besonders betroffen sind, zeigt die schon jetzt bestehenden Defizite im Sozialstaat“, sagt Rock dazu.
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Verbesserung bei Alleinerziehenden
Der Paritätische verweist zudem darauf, dass auch 6,8 Prozent der Erwerbstätigen als arm gelten. Zwar sei der Niedriglohnsektor zuletzt geschrumpft, dennoch wirbt der Verband für höhere Löhne, etwa durch mehr Tarifbindung und einen Mindestlohn von mindestens 15 Euro. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Die folgende Grafik zeigt die Armutsschwellen nach Haushaltstyp:
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Es gibt aber auch Verbesserungen: Unter den Alleinerziehenden ist die Zahl der Armutsbetroffenen rückläufig. Der Verband verweist in seinem Bericht auf eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), in der diese Verbesserung auf politische Maßnahmen wie die Erhöhungen von Mindestlohn und Kinderzuschlag zurückgeführt wird.










