Er versteht sich als „Waffenbruder“
Ex-Chef der Border Patrol zieht Vergleich zu Rommel
01.06.2026 – 19:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Das Konzept der „Remigration“ gewinnt in rechten Kreisen an Bedeutung. Ein Ex-US-Grenzschutzchef spricht von einem „schleichenden Horror“ in Europa und bietet seine Hilfe an.
Am 30. Mai versammelten sich etwa 500 ultrarechte Aktivisten, Politiker und Influencer im portugiesischen Figueira da Foz, um sich über das Konzept der „Remigration“ zu beraten. Unter den Teilnehmern war auch Gregory Bovino, der ehemalige inoffizielle Befehlshaber der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol. Er sagte der europäischen Rechten Unterstützung zu und zog Parallelen zwischen seiner Rolle beim Vorgehen der Border Patrol im Zuge der Heimatschutzpolitik der US-Regierung und dem NS-General Erwin Rommel.
Bei einer improvisierten Pressekonferenz zu Beginn des Treffens sagte Bovino: „Ich freue mich sehr, herzukommen und den Europäern etwas Fachwissen zur Verfügung zu stellen“, um gegen „illegale Ausländer, die die europäische Kultur zerstören“, vorzugehen. In einem Interview mit der französischen rechtsextremen Website „Breizh-Info“ vor dem Gipfel bezog sich Bovino auf den führenden NS-General Erwin Rommel als inspirierende Figur. Er habe eine „einzigartige Expertise unter außergewöhnlichen Umständen“ gehabt, die die „klassische Kommunikationshierarchie veränderte“, so Bovino.
Bovinio zieht Vergleiche mit Rommel
Weil er ähnlich gehandelt habe wie dieser, sei Bovinio umstritten. „Neue strategische Konzepte – oder solche, die seit langer Zeit in Vergessenheit geraten sind – ziehen unweigerlich Aufmerksamkeit auf sich, sobald sie auf nationaler oder internationaler Ebene umgesetzt werden. Denken Sie an Rommel in Deutschland“.
Außerdem bot er seine Hilfe an, um das zu beenden, was er als einen „schleichenden Horror“ bezeichnete. „Wenn sich aus dem Modell und der Methode der US-Grenzschutzbehörde Inspiration gewinnen lässt, dann ist das fantastisch“, ergänzte Bovino. Der ehemalige Grenzschutzchef wurde von seinem Posten entlassen, nachdem Border-Patrol-Beamte unter seinem Kommando im Januar 2026 die 37-jährige Renée Good in Minneapolis erschossen hatten. Die Border Patrol untersteht genau wie die Abschiebebehörde ICE dem US-Heimatschutzministerium.

Im Interview mit dem französisch Portal „Breizh-Info“ bedauerte Bovino weiterhin: „Wenn ihr (die Europäer) doch nur das Recht hättet, Schusswaffen zu tragen. Dieses Migrationsproblem hat mich endgültig auf eure Seite gestellt. Waffenbrüder, wenn ihr so wollt.“
„Remigration“ weckt interesse in den USA
Der von europäischen Extremrechten etablierte Begriff „Remigration“, der die massenhafte Abschiebung von Einwanderern und deren Nachkommen intendiert, findet zunehmend Gehör in Trump-Kreisen. Zunächst vom extrem rechten Milieu eher unter Verschluss gehalten, löste „Remigration“ im Zuge der Berichte des Investigativportals „Correctiv“ über ein Treffen in Potsdam 2024 und den nachfolgenden Rechtsstreit deutschlandweite Empörung aus. Der Begriff wurde spätestens nach seiner Verwendung durch die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel im Zuge des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2025 salonfähig im ultrarechten Politikdiskurs.











