Kölner Journalistin in Syrien
Kein Kontakt zu Eva Maria Michelmann seit einem Monat
26.05.2026 – 20:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Auswärtige Amt hat Besuche bei der in Syrien inhaftierten Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann angekündigt. Seit Ende April gab es aber keinen Kontakt mehr.
Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann sitzt seit dem 18. Januar in Syrien in Haft. Seit einem Besuch einer Vertreterin des Auswärtigen Amtes am 23. April hat es keinen weiteren Kontakt mehr gegeben. Das teilten ihre Anwälte am Dienstag in Gelsenkirchen mit.
Die syrischen Behörden hatten die Konsularbesuche eigentlich zugesagt. Das Auswärtige Amt hat daraufhin eine regelmäßige Betreuung von Michelmann angekündigt. Trotz schriftlicher und mündlicher Erinnerungen sei bislang aber kein weiterer Besuch zugelassen worden, so die Anwälte. Nach Angaben der Kanzlei verweigert die syrische Regierung dem Auswärtigen Amt also inzwischen erneut den Zugang zu der Journalistin.
Zustand von Eva Maria Michelmann war zuletzt sehr schlecht
Durch Berichte – unter anderem von einer syrischen Journalistin – sei zudem bekannt geworden, dass Eva Maria Michelmann schwer gefoltert worden sei. Bereits beim Besuch am 23. April 2026 soll der Gesundheitszustand von Eva Maria Michelmann „beängstigend schlecht“ gewesen sein.
Die Bundesregierung erklärte laut Mitteilung zuletzt, sie setze sich „mit Hochdruck“ für Michelmann ein. Ein weiterer Besuch habe demnach auch gemeinsam mit einer Ärztin stattfinden sollen. Bei dieser Ankündigung ist es bisher geblieben.
Bruder und Mutter hoffen auf ein Eingreifen der Bundesregierung
Bruder und Mutter der inhaftierten Journalistin hoffen immer noch auf ein Eingreifen der Bundesregierung. Rotraut Hake-Michelmann, Mutter von Eva Maria Michelmann, sagte den Anwälten „Ich will nicht, dass meine Eva und Ahmet enden wie Elisabeth Käsemann: ermordet durch ein brutales Regime, preisgegeben für Wirtschaftsbeziehungen durch eine deutsche Regierung.“
Dr. Antonius Michelmann, Bruder der verschleppten Journalistin, sagt: „Der Fall meiner Schwester zieht enorme Kreise. Völlig unbekannte Menschen sprechen uns Mut zu und organisieren Unterstützung. So wurden Eva und Ahmet überhaupt erst gefunden. Zugleich begegnet uns überall Fassungslosigkeit darüber, dass weder eine deutsche Staatsbürgerschaft noch der Journalistinnenstatus ausreichen, damit die Bundesregierung die Freilassung meiner Schwester durchsetzt. Würden CDU und SPD in Berlin es wollen, könnten wir Eva und Ahmet morgen in die Arme schließen.“
Michelmann recherchierte gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Mehmet Nizam Aslan, bekannt als Ahmet Polad, zu Aktivitäten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien. Beide sind daraufhin festgenommen worden. Die syrische Übergangsregierung bestätigte die Inhaftierung erst Ende April offiziell.










