Foodwatch-Studie
Pestizide in Produkten von Edeka, Lidl, Rewe und Aldi
19.05.2026 – 06:01 UhrLesedauer: 4 Min.

Tee, Reis und Gewürze sind gesund. Doch bei einer Untersuchung wurden zahlreiche Pestizidrückstände in den Lebensmitteln gefunden.
Wer auf eine gesunde Ernährung setzt, greift gerne zu Reis, Tee und Gewürzen. Allerdings können einige von ihnen auch krank machen. Denn sie sind oft mit nicht zugelassenen Pestiziden belastet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Foodwatch. Besonders kritisch sieht es bei Paprika- und Chilipulver aus.
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Für ihre Studie untersuchte die Organisation 64 Produkte, die unter anderem bei Rewe, Aldi, Edeka, Lidl, Penny, dm, und Rossmann erhältlich sind. 43 der Lebensmittel waren mit EU-weit nicht zugelassenen Pestiziden belastet – also rund zwei Drittel (67 Prozent). Insgesamt handelte es sich um 27 verbotene Pestizide. Darunter Neonicotinoide und Anthraquinon, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
Auffällig war, dass in 14 Proben die gesetzlichen Höchstwerte an erlaubten Pestizidrückständen sogar überschritten wurden. Vorwiegend in Paprikapulver, Chili und Kreuzkümmel: Hier kamen in jeder einzelnen Probe nicht zugelassene Pestizide vor. Auch in 13 von 14 Grüntee-Produkten wurden derartige Chemikalien nachgewiesen.
Die Untersuchung fand in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden statt.
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Deutschland: Die Produkte im Einzelnen
In Deutschland untersuchte die Organisation insgesamt 19 Produkte. Von diesen waren 13 mit Pestiziden belastet, die in Europa verboten sind. Bei drei Produkten konnte eine besonders hohe Konzentration der Pestizidrückstände festgestellt werden: in „Fuchs Kreuzkümmel“, in bei Lidl erhältlichem „Kania Kreuzkümmel“ und dem „Rewe Chili Mix“. Bei diesen wurden die gesetzlichen Grenzwerte für die Rückstände überschritten.
Im Kreuzkümmel von Fuchs wies das Labor vier nicht zugelassene Pestizide nach, darunter Flamprop. Das Herbizid überschritt den gesetzlich erlaubten Grenzwert um das 165-Fache (statt 0,01 mg/kg 1,65 mg/kg).
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Grenzwerte geben keine Sicherheit
Die gesetzlichen Grenzwerte geben jedoch keine vollständige Sicherheit. So sind etwa laut Gesetz 50 mg/kg Chlorfenapyr in grünem Tee erlaubt, ein Mittel, das eingeatmet oder verschluckt als gesundheitsschädlich bis giftig eingestuft wird. Es kann zu Organschäden oder allergischen Reaktionen kommen. Laut Foodwatch ist der tolerierbare Grenzwert zu hoch angesetzt.
Im Paprikapulver von Rewe („Ja! Paprika edelsüß“) und Lidl („Kania Paprika Edelsüß“) wurden jeweils acht Pestizide gefunden, fünf davon sind nicht zugelassen. Bei Aldi („Le Gusto Edelsüß Paprika“) lag die Belastung bei zwölf Pestiziden, vier nicht erlaubten. Das „Paprikapulver rosenscharf“ von Ostmann wies 13 Pestizide auf, davon drei nicht erlaubte.










