Ebola im Kongo
Wie gefährlich ist der Ausbruch für Menschen in Deutschland?
Aktualisiert am 18.05.2026 – 11:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Die WHO ruft wegen des aktuellen Ebola-Ausbruchs im Kongo den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Besteht auch hierzulande ein Grund zur Sorge?
Ebola ist eine hochansteckende und oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die von Tieren auf Menschen übertragbar ist. Wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch.
Oft verläuft Ebola in zwei Phasen. Die erste Phase beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. In der zweiten Phase kommt es häufig zu Blutungen (Hämorrhagien), etwa im Darm und in der Lunge. Bei direktem Kontakt mit den blutigen Sekreten oder Körperflüssigkeiten (wie Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl und Erbrochenes) der Betroffenen besteht eine hohe Ansteckungsgefahr. Diese steigt im Krankheitsverlauf wegen der zunehmenden Viruslast an.
Müssen wir uns auch in Deutschland Sorgen machen?
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht im Hinblick auf den Ebola-Ausbruch derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland. In der Bundesrepublik ist das Risiko „als äußerst gering einzuschätzen“, sagte die CDU-Politikerin im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.“ Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für „nahezu ausgeschlossen“.
- Ebola: WHO ruft internationalen Alarm aus
- Auswärtiges Amt: Warnung warnt wegen Ebola in Afrika
Gut zu wissen
Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen: Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Übertragung durch die Atemluft. Eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigte der bislang größte Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014/2015, dass das Risiko einer Ausbreitung nach Deutschland selbst dann sehr gering sei, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind. Nur vereinzelt hätten damals Infizierte die betroffenen Länder mit einem Flugzeug verlassen. Eine weitere Verbreitung in Deutschland wäre auch deshalb unwahrscheinlich, da Infektionsketten in Deutschland schneller unterbrochen und Betroffene sicher versorgt werden könnten.
Trotzdem gibt es Faktoren, die genau beobachtet werden müssen. Ohne verfügbaren Impfstoff ist die Eindämmung erschwert. Ein in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbener Patient war laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist. „Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann“, warnte Africa CDC Direktor Jean Kaseya.
Wie ungewöhnlich und kritisch ist der aktuelle Ausbruch?
In den letzten 50 Jahren ist es in der Demokratischen Republik Kongo zu 17 Ebola-Ausbrüchen gekommen. Verantwortlich war laut Africa CDC hauptsächlich das am häufigsten vorkommende Zaire-Ebolavirus, für das ein Impfstoff entwickelt wurde. Nun ist jedoch laut Africa CDC erst zum dritten Mal die seltene Bundibugyo-Variante ausgebrochen. Zuvor war der Bundibugyo-Stamm 2007 erstmals in Uganda aufgetreten, dann 2012 im Kongo. Aufgrund seiner Seltenheit gibt es laut der WHO für diese Variante keinen zugelassenen Impfstoff und keine Therapie.











