Rückkehr in den Weltsport
IOC hebt Belarus-Sanktionen auf – Russland folgt wohl bald
07.05.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Das IOC lässt Belarus ab sofort wieder als Nation mit Flagge und Hymne an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Russland bleibt vorerst ausgeschlossen – doch auch dort deutet sich eine Entwicklung an.
Das Internationale Olympische Komitee hat die Sanktionen gegen Belarus aufgehoben. Das Land darf damit ab sofort wieder unter eigener Flagge und Hymne an internationalen Wettkämpfen teilnehmen – zuletzt war das seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 nicht mehr möglich.
Als Begründung führte das IOC die „zunehmend komplexen Realitäten und Folgen des aktuellen geopolitischen Kontextes“ an, „einschließlich der steigenden Zahl von Kriegen und Konflikten“. Die Organisation müsse ihrer „Mission gerecht werden, eine wertebasierte und wahrhaft globale Sportplattform zu erhalten, die der Welt Hoffnung gibt“.
Russland bleibt ausgeschlossen – nicht wegen des Krieges gegen die Ukraine, sondern weil das Nationale Olympische Komitee Russlands im Herbst 2023 suspendiert wurde. Grund war die Aufnahme vier von Russland annektierter Gebiete. Trotz „konstruktiven Gesprächen“ sei eine Lockerung noch nicht möglich, die Rechtskommission des IOC prüfe den Fall weiter.
Für eine russische Rückkehr habe das IOC „keinen festen Zeitplan“, versicherte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Zunächst wolle das IOC „ein besseres Bild der Situation“ in Russland gewinnen – auch wegen Hinweisen, „welche die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veranlasst haben, das russische Anti-Doping-System zu untersuchen“. Details nannte das IOC nicht. Zuletzt hatte ein Bericht über die Rolle der Chefin der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, Veronika Loginowa, im Dopingskandal 2014 Aufsehen erregt.
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand hatte Coventry für eine Rückkehr der verbannten Nationen geworben. Sie beschrieb Sport als „neutrales Terrain“ und als einen Ort, „an dem jeder Sportler ungehindert an Wettkämpfen teilnehmen kann, ohne durch die Politik oder die Spaltungen seiner Regierung behindert zu werden“. Das russische IOC-Mitglied Schamil Tarpischtschew äußerte sich vor den Winterspielen in der ARD-Sportschau positiv über die veränderte Stimmung: „Die allgemeine Atmosphäre im Vergleich zu den Spielen in Paris ist jetzt besser. Es ist jetzt viel einfacher, und die Kommunikation mit den IOC-Mitgliedern ist nicht mehr so stressig.“









