Kartoffelprodukte aus Bayern
Traditionsbetrieb Dr. Willi Knoll meldet Insolvenz an
06.05.2026 – 18:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Dr. Willi Knoll lieferte seine Kartoffelprodukte bundesweit aus. Nun ist unklar, wie es mit dem Traditionsbetrieb aus Bayern weitergeht.
Der Kartoffelprodukte-Hersteller Dr. Willi Knoll aus dem bayerischen Krumbach hat Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzgericht Neu-Ulm hat das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Gerichts hervor.
Demnach wurde das Verfahren über das Vermögen der Dr. Willi Knoll GmbH & Co. KG am 1. Mai eröffnet. Das Unternehmen befindet sich in Eigenverwaltung. Zum Sachwalter wurde der Ulmer Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz bestellt. Zuerst hatte die „Augsburger Allgemeine“ über die Insolvenz berichtet.
Dr. Willi Knoll ist in Deutschland vor allem für Kartoffelknödel, Kartoffelpüree und weitere Fertigprodukte bekannt. Laut früheren Medienberichten arbeiteten rund 50 Mitarbeiter in der Firma. Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ soll das Unternehmen schon länger mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekämpft haben.
Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 1. Juni beim Sachwalter anmelden. Im Gläubigerausschuss sitzen laut Bekanntmachung unter anderem Allianz Trade und die AOK Bayern. Auch eine Mitarbeiterin aus dem Unternehmen gehört dem Gremium an.
Wirtschaftsprüfer Geiwitz war bereits an mehreren bekannten Sanierungsfällen beteiligt, darunter Schlecker und Galeria Karstadt Kaufhof. Für den 6. Juli hat das Insolvenzgericht eine Gläubigerversammlung angesetzt. Dort soll unter anderem über die Fortführung oder Stilllegung des Unternehmens beraten werden.
Das Unternehmen wurde 1936 gegründet und begann nach eigenen Angaben zunächst mit der Konservierung von Obst und Gemüse. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Firma in den Markt für verzehrfertige Kartoffelprodukte ein.
Zu den ersten Produkten gehörten rohe Kartoffelklöße. Später kamen unter anderem Knödel im Kochbeutel, Kartoffelpuffer, Gnocchi und Püree hinzu. Wie es für den Betrieb und die Beschäftigten weitergeht, ist bislang offen.











