Strafvereitelung und Falschaussagen
Ex-Partnerin von korruptem Staatsanwalt verurteilt
04.05.2026 – 19:19 UhrLesedauer: 1 Min.
Sie soll gelogen haben, um ihren damaligen Partner zu schützen: Die Ex-Freundin eines verurteilten Staatsanwalts ist nun selbst vor Gericht verurteilt worden.
Im Fall eines korrupten Staatsanwalts aus Hannover ist nun auch seine frühere Partnerin verurteilt worden. Das Amtsgericht verhängte gegen die 28-Jährige eine Geldstrafe von 12.600 Euro wegen Strafvereitelung und Falschaussagen.
Das entspricht 180 Tagessätzen zu je 70 Euro. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Es ist noch nicht rechtskräftig.
Nach Einschätzung der Anklagebehörde hatten die Aussagen der Frau weitreichende Folgen: Mehr als 30 Straftaten des Staatsanwalts sollen dadurch verjährt sein. Die 28-Jährige hatte gegenüber Ermittlern erklärt, ihr damaliger Partner habe keine Informationen aus seiner Arbeit mit ihr geteilt. Laut Anklage widersprachen dem jedoch private Nachrichten.
Der 40 Jahre alte Jurist war bereits im März zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte Informationen aus Ermittlungen an Drogenhändler weitergegeben und eine Razzia verraten. Gegen das Urteil legte er Revision ein.
Vor Gericht räumte die 28-Jährige die Vorwürfe ein und zeigte sich reuig. Sie habe unter starkem Druck gestanden, erklärte sie. Ihr damaliger Partner habe sie emotional abhängig gemacht, eingeschüchtert und bedroht. Nach ihren Angaben kontrollierte er ihr Handy, überwachte sie und drohte unter anderem mit der Veröffentlichung privater Bilder. Auch ihre Familie sei bedroht worden.
Ursprünglich war gegen die Frau ein Strafbefehl über 30.000 Euro erlassen worden. Gegen diese Höhe hatte sie sich gewehrt. Das Gericht setzte die Strafe nun deutlich niedriger an.










