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Schweden hat ein Frachtschiff beschlagnahmt, das vermutlich Teil der „Schattenflotte“ Russlands ist, die Anfang März beschlagnahmt wurde und im Verdacht steht, gestohlenes ukrainisches Getreide transportiert zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft des Landes am Mittwoch mit.
Die 96 Meter lange Caffa war auf dem Weg nach St. Petersburg, als bewaffnete schwedische Polizisten am 6. März an Bord gingen.
Sie nahmen ein Besatzungsmitglied fest, „das im Verdacht steht, gegen das Seerecht und das Schiffssicherheitsgesetz verstoßen zu haben und ein gefälschtes Dokument verwendet zu haben“.
Die schwedische Strafverfolgungsbehörde teilte am Mittwoch in einer Erklärung mit, dass das Schiff nun aufgrund eines Ersuchens um „Rechtshilfe“ von einem ausländischen Staat beschlagnahmt worden sei, ohne offenzulegen, welches Land das Ersuchen gestellt hatte.
„Eine ausländische Behörde hat die Durchführung bestimmter Ermittlungsmaßnahmen in Schweden beantragt, darunter eine im Zusammenhang mit dem Schiff Caffa“, sagte Staatsanwalt Hakan Larsson in einer Erklärung.
„Ich habe beschlossen, das Schiff zu beschlagnahmen, damit das Gericht prüfen kann, ob es an den anderen Staat übergeben werden kann“, sagte Larsson.
Im März erklärte die schwedische Küstenwache, das Schiff stehe auf der Sanktionsliste der Ukraine und fahre unter falscher guineischer Flagge.
Nach Angaben der russischen Botschaft in Stockholm seien zehn der elf Besatzungsmitglieder russische Staatsangehörige.
Der amtierende Einsatzleiter der Küstenwache, Daniel Stenling, sagte Journalisten im März, sie hätten Informationen, die darauf hindeuten, „dass es im Wesentlichen für den Transport von Getreide verwendet wurde, das nach unserem Verständnis aus der Ukraine gestohlen wurde“.
Berichten zufolge hat Russland eine Flottille alter Öltanker undurchsichtiger Eigentümer aufgebaut, um die Sanktionen zu umgehen, die von der Europäischen Union sowie den Vereinigten Staaten und der G7-Staatengruppe im Zusammenhang mit der groß angelegten Invasion Moskaus in der Ukraine im Jahr 2022 verhängt wurden.
Die Sanktionen, die darauf abzielen, Moskaus Einnahmen für seinen Krieg zu begrenzen, haben dazu geführt, dass viele Tanker, die russisches Öl befördern, von westlichen Versicherungs- und Schifffahrtssystemen ausgeschlossen werden.
Einige Experten und politische Führer vermuten zudem, dass die Schiffe Sabotage betreiben, als Teil eines „hybriden Krieges“ Russlands gegen westliche Länder.
In Finnland wurde drei Besatzungsmitgliedern des auf den Cookinseln registrierten „Schattenflottenschiffs“ Eagle S vorgeworfen, im Dezember 2024 den Anker des Schiffes über den Meeresboden im Finnischen Meerbusen gezogen und dabei fünf Unterseekabel beschädigt zu haben.
Ende Januar bestieg die französische Marine im Mittelmeer ein sanktioniertes Schiff, bei dem es sich vermutlich um einen russischen Öltanker handelte, der unter falscher Flagge fuhr.
Zusätzliche Quellen • AFP











