Zuverlässigkeit im Nahverkehr
Neue Zahlen zeigen: Tausende Ausfälle und Verspätungen im ÖPNV
27.04.2026 – 14:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Busverkehr häufen sich Verzögerungen, teils fallen tausende Fahrten komplett aus. Die Pünktlichkeit von Bussen wird neu gemessen.
Im Hamburger Nahverkehr kommt es weiterhin zu Verspätungen und Ausfällen – vor allem bei Bussen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Thering und Philipp Heißner hervor.
Besonders im Busverkehr zeigen die aktuellen Zahlen für das erste Quartal 2026 Auffälligkeiten. Bei der Hamburger Hochbahn waren demnach 93,9 Prozent der Fahrten pünktlich, 6,1 Prozent verspätet. Bei der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) lag die Pünktlichkeitsquote bei 91,1 Prozent – entsprechend waren 8,9 Prozent der Fahrten verspätet.
Zusätzlich kam es zu zahlreichen Ausfällen. Bei der Hochbahn fielen 0,41 Prozent der Fahrten aus, das entspricht rund 5.100 Fahrten. Bei der VHH lag die Ausfallquote ohne streikbedingte Einschränkungen bei 2,14 Prozent (rund 11.400 Fahrten). Einschließlich Streiks waren es 6,70 Prozent beziehungsweise etwa 35.800 ausgefallene Fahrten.
Der Senat weist darauf hin, dass die Pünktlichkeit im Busverkehr inzwischen anders gemessen wird, weshalb ein Vergleich zu Vorjahren schwierig ist: Statt der Abfahrtszeiten wird nun die Ankunft an Haltestellen bewertet. Eine Fahrt gilt dabei ab einer Verspätung von fünf Minuten als unpünktlich. Ziel sei es, die Perspektive der Fahrgäste stärker abzubilden.
Im Schienenverkehr fallen die Werte deutlich stabiler aus. Für die S-Bahn lag die Pünktlichkeit im ersten Quartal 2025 bei 95,9 Prozent, bei der U-Bahn bei 98,1 Prozent. Auch bei der Zuverlässigkeit – also dem Anteil tatsächlich durchgeführter Fahrten – erreichen beide Systeme hohe Werte. Die S-Bahn lag zuletzt bei rund 97 bis 98 Prozent, die U-Bahn teils bei bis zu 99,9 Prozent.
Absolute Zahlen zu Verspätungen und Ausfällen bei S- und U-Bahn nennt der Senat nicht. Diese könnten kurzfristig nicht ausgewertet werden, da dafür eine umfassende Neuberechnung der Datensätze erforderlich sei.
Als möglicher Einflussfaktor auf die Entwicklung im Jahr 2026 wird ein witterungsbedingt schwieriger Winter genannt, der sich auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ausgewirkt haben könnte.











